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13 Dinge, die in den USA anders sind

Von Mitte Januar bis Mitte Februar 2018 war ich im Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Im Land von Donald Trump, McDonalds und Hollywood, wie ich vielen meinen kritischen Freunden bestätigen musste. Doch was soll ich sagen? Es war super! Allerdings sind mir ein paar Dinge aufgefallen, die in Deutschland einfach anders sind:

1. Wetter: Sonne noch vorm Sommer tanken

Ohne Worte.

Ich kann nur empfehlen, den Winter in Florida zu verbringen. Das Wetter im Januar und Februar ist spitzenmäßig. Obwohl ich das tropische Klima durchaus zu spüren bekam, war es doch nicht so schwül, dass ich mich nur unter der Klimaanlage aufhalten wollte. Die perfekte Reisezeit für Florida ist von Dezember bis April.

2. Müll: Darf es noch ein wenig Plastik sein?

Was ich ziemlich ärgerlich fand, war der Umstand, dass Plastik (zumindest in Florida) Vorfahrt hatte. In den meisten Pubs und Mittelklassereststaurats bekamen wir das Essen auf Einwegplastiktellern zusammen mit eingeschweißtem Einwegbesteck serviert. Plastiktüten im Kaufhaus werden nur auf Nachfrage nicht ausgehändigt.

3. Shopping: Im Paradies der Malls

Parkplatz vor einer Shoppingmall.

In Florida könnt ihr euch um Kopf und Kragen shoppen – und das zum Teil für wenig Geld. Zumindest in Fort Myers, wo ich mich überwiegend aufgehalten habe, grenzt ein Shoppingcenter an das nächste. Doch was ich als fußgängerzonenverwöhnte Deutsche vermisst habe, waren die gemütlichen, kleinen in entzückenden Altstädten gelegenen Fußgängerzonen. Dafür allerdings befand ich mich im Second Hand Shopping Paradies.

4. Natur: Rein ins Auto, raus in die Natur

Neben Schildkröten gab es auch Schilder von Bären und Panther.

In meiner Zeit in Florida habe ich Alligatoren, Schildkröten, Seekühe, Pelikane, Delfine und Weißkopfadler gesehen. Neben der Tatsache, dass einige dieser Tiere die Vorzüge der Zivilisation zu schätzen wissen, werte ich es auch als Zeichen dafür, dass es in Florida noch Natur gibt, in der sich diese Arten wohlfühlen. Doch um ausgedehnte Spaziergänge zu unternehmen, reicht es nicht, sich mal eben aufs Fahrrad zu schwingen, um in 20 Minuten an einem schönen Waldrand zu sein. Die wirklich schönen Naturparks liegen alle ab 20 Minuten mit dem Auto entfernt.

5. Technik: Günstige Computer und Fernseher

Zumindest im Walmart war die Technik unschlagbar günstig. Da mein Arbeitscomputer eine Portion Wasser abbekommen hat und das Keyboard anschließend nicht mehr funktionierte, musste ich mir einen neuen Laptop kaufen. Ich habe mich für den zweit- oder drittgünstigsten (etwa 250,- $) entschieden. Umgerechnet entspricht das etwa 202,- €. In Deutschland kostet sogar der billigste Laptop noch mindestens 350,- €. Auch bei Fernsehern hatte ich den Eindruck, dass diese deutlich unter den Verkaufspreisen in Deutschland liegen.

6. Mobiltelefon: im Land der teuren Preise

Teure Preise fürs Mobiltelefon.

So günstig Technikartikel in den USA auch sein mögen, so teuer sind Datenpakete und Telefonkosten. Vielleicht hatte ich auch den falschen Anbieter, doch meine SIM-Karte habe ich für 10,- $ gekauft (inklusive Telefonguthaben). Das Datenpaket hat noch mal eine Investition von 50,- $ gefordert – für nur 1 GB! (In Ägypten zahle ich für 4 GB gerade mal 4,- €, ).

7. Auto: Günstiger Spaß auf vier Rädern

Auf einem Rastplatz in Florida.

Dadurch, dass für das Meiste ein Auto benötigt wird, ist es recht günstig. Für drei Tage mit einer komplett-rundum Vollversicherung habe ich 271,- $ gezahlt, was etwa 220,- € entspricht. Ein Kilometerpreis wurde nicht erhoben, so bin ich ordentlich rumgefahren und habe mir Florida angesehen. Auch das Benzin empfand ich als günstig. So ganz habe ich die Tankanzeigen nicht verstanden, aber ich habe nie mehr als 20,- $ gezahlt, auch wenn der Tank vollkommen leergefahren war.

8. Toiletten und Duschen: Mein Lieblingsland bleibt Ägypten.

Tja, was soll ich sagen. Seit ich in Ägypten lebe, bin einfach eine Freundin von Toiletten mit Podusche. Das ist in den USA nicht denkbar – zumindest habe ich es weder in Florida noch in New Jersey oder New York gesehen. Die Duschen selbst waren auch unpraktisch oder ich habe den Trick nicht rausgefunden. Wie lässt sich nach dem Duschen die Wanne reinigen? Ich nehme gerne Tipps für meinen nächsten USA-Besuch entgegen.

9. Süß: Schlaraffenland für Fortgeschrittene

Football! Ich habe auch noch Bilder von Eagels-Torten.

Obwohl ich wirklich ein Zuckermonster bin, hatte ich in den USA den Eindruck nur ganz nah an einem Zuckerschock vorbeigeschlittert zu sein. Vor allem Torten scheinen ausschließlich aus Zucker mit einer Idee Mehl und Sahne hergestellt zu werden. Wer es süßer als süß liebt, ist in den USA definitiv am richtigen Platz. Eis allerdings ist unschlagbar. Ben & Jerry’s Chocolate Caramel Cookie Dough. Ganz ehrlich? Geiler geht’s nicht.

10. Kühlschränke: Auf die Größe kommt es an

Was mir gleich am ersten Tag aufgefallen ist und mir in jeder Wohnung ins Auge sprang, waren die riesigen Kühlschränke. Selbst ein single Haushalt hatte einen Kühlschrank, in dem eine ganze Kuh drin Platz gefunden hätte. Ok, zumindest eine Halbe. Manche Kühlschränke haben dazu noch so praktische Dinge, wie einen Eiswürfelmacher.

11. Chlor: Vom Gefühl, ein Schwimmbad leer zu trinken

In den USA kann das Wasser aus der Leitung problemlos getrunken werden, wenn man mit dem Geschmack klarkommt. Ob in Florida, New Jersey oder New York: das Wasser aus der Leitung hatte immer den unangenehmen Beigeschmack von Chlor. Das ist schon sehr gewöhnungsbedürftig und ich weiß auch nicht, ob es wirklich so gesund ist. Ich habe mir einfach eingeredet, dass das Chlor alle schädlichen Stoffe killt – und nur die.

12: Waffengesetze: Von der Idiotie der Doppelmoral

Bier erst ab 21, bitte.

Zu der Zeit, als ich in den USA war, gab es leider einen Amoklauf an einer Schule in Florida. In Florida ist es zu Selbstverteidigungszwecken erlaubt, Waffen bei sich zu tragen, und zwar schon ab 16 Jahren. Was allerdings nicht erlaubt ist (zumindest nicht in New York), wenn die 20 jährige Tochter zusammen mit ihrer Mutter am helllichten Tag in einen Pub geht, um einen Burger zu essen. Auch dann nicht, wenn die 20 jährige Tochter nur eine Limo bestellt. Ich habe es selbst erlebt, als ich mit dem amerikanischen Teil meiner Familie einen Ausflug nach New York machte. Übrigens: Diese Gesetze finden viele Amerikaner auch zweifelhaft. Gerade, was den Besitz von Waffen betrifft, hat sich eine große Lobby gegen den Privatbesitz von Waffen gebildet. Und die Mutter der Tochter konnte auch nur den Kopf darüber schütteln, dass es zwar erlaubt ist, im zwarten Alter von unter 20 in den Krieg zu ziehen, aber nicht, eine Limo im Pub zu trinken.

13. Freundlichkeit: Im Land von I love you

Willkommen bei der Familie und auch sonst überall.

Auch, wenn es heißt, die Amis sein oberflächlich, so ist mir doch ein oberflächliches “I love your smile! Wish you a nice day” im Kaufhaus lieber, als ein tiefsinniges: “Packen Sie bitte Ihre Einkäufe aufs Band, anders kann ich es nicht abrechnen. Guten Tag.” Und diese Herzlichkeit werde ich lieber in meinem Kopf behalten, als alles andere, was anders ist als bei uns. Denn das ist, was mir Freude macht.

Laute Gedanken zum stillen Örtchen

Wir alle suchen es am Tag durchschnittlich fünfmal auf, aber wir sprechen kaum darüber. Vor allem erwähnen wir nicht, wie wir nach unserem Geschäft die Spuren unserer Hinterlassenschaften an unserem Allerwertesten beseitigen. Komisch … an sich sind wir Nordeuropäer doch immer so bedacht darauf, dass alles rein und sauber ist, aber unser Hintern geht uns am Arsch vorbei.

Ich meine, wenn wir mit der Hand in einen Haufen Kot packen – igitt! –, schrubben wir anschließend mit Wasser und Seife den Mist weg. Minutenlang. Gründlich. Dann schnuppern wir noch mal, ob’s auch wirklich weg ist, spülen kräftig nach, desinfizieren und endlich trocknen wir unsere Hände am Handtuch ab, das anschließend bei 90 °C in die Waschmaschine wandert. Doch für unseren Po nutzen wir nur Toilettenpapier. Immerhin, das muss man uns Deutschen lassen, meistens Dreilagiges. Da weicht dann nichts durch und gelangt an die Hand (wodurch wir minutenlang beschäftigt wären). Obwohl es nur trockenes Papier ist und wir unsere Hand niemals nach … ihr wisst schon … damit reinigen würden, glauben wir dennoch, dass durch die Verwendung von weiß-geblümten Klopapier unser Hinterteil sauber und frisch erstrahlt.

Hä?

Kleiner Abstecher zu einem anderen wichtigen Thema

Meine Meinung: Bäume sind sindvoller als Klopapier.

An dieser Stelle ein kleiner Exkurs zum Thema Umweltbelastung. Etwa 93 Rollen Toilettenpapier verbraucht jeder Deutsche durchschnittlich im Jahr. 270.000 Bäume werden jährlich allein für Hygienepapier (darunter Küchenrollen, Taschentücher und feuchtes Toilettenpapier) gefällt! Und für was? Für einen Hintern, der die Bezeichnung „porentief rein“ nicht verdient.

Da dieser Gedanke offensichtlich die Runde gemacht hat, greifen viele Verbraucherinnen und Verbraucher inzwischen zu feuchtem Toilettenpapier. Das riecht so schön nach Kamille und fühlt sich wie frisch gewaschen an. Ist aber schädlich für die Abwasserkanäle und dank der Duft- und Inhaltsstoffe auch für die empfindliche Haut zwischen unseren Backen.

Wieso also nicht einfach Wasser?

Nehmen wir zum Beispiel das Bidet. Seine Erfindung wird französischen Möbelbauern nachgesagt und ist in Europa hauptsächlich in Italien, Portugal und Frankreich zu finden. Nach dem Gang auf die Toilette schwingt man sein Gesäß galant auf das Bidet, bedient den Wasserhahn und … Huch, da ist sie, die porentiefe Sauberkeit. Kurz abgetrocknet, aus die Maus.

Weshalb hat sich diese großartige Erfindung in Deutschland nicht durchgesetzt?

Der Muskelkater am Tag danach

Im Hocken machen soll sowieso gesünder sein.

Als ich in der Türkei war, habe ich mich in die dortigen wasserreichen Aborte verliebt. Und nicht nur das: Ich habe mich auch in die Hocktoiletten verliebt, die übrigens in manchen südeuropäischen Ländern ebenfalls zu finden sind.

Damit spreche ich über ein weiteres Toilettentabu in Deutschland. Die meisten Menschen mögen es überhaupt nicht, sich mit ihrem Allerwertesten auf ein öffentliches Klo zu setzen. In WikiHow ist zur Benutzung öffentlicher Toiletten sogar ein Artikel verfasst worden, in dem unter Punkt 4 steht: „Setze dich nicht auf den Sitz, aber hocke dich dicht darüber.“

Statt uns also auf das Klo zu setzen, hängen wir in einer verkrampften Haltung über der Schüssel und hoffen, uns soweit entspannen zu können, dass die Geschäfte ins Fließen kommen. Nach einer durchzechten Kneipennacht mit viel Bier und häufigem Wasserlassen teilen sich am nächsten Tag Kater und Oberschenkelmuskelkater den Körper.

Warum also nicht einfach dieses praktische Hockklo in öffentlichen Toiletten und Kneipen installieren? Wer es verkrampft mag, kann ja. So aber hätten alle die Wahl, weiterhin eine sportliche Höchstleistung mit 1,4 Promille zu verbringen oder tief in die Knie zu gehen und den Dingen ihren Lauf zu lassen.

Jetzt lebe ich in Ägypten. Für mich ist es hier das Paradies auf Erden. Nein, nicht nur wegen der Toiletten; allerdings tragen diese einen großen Teil zu meinem Wohlbefinden bei. Jedes Klo ist mit einem integrieren Bidet ausgestattet oder verfügt über eine kleine Dusche daneben (auf Arabisch shatafa toilett). Und obwohl Ägypten inzwischen eher auf einen europäischen Sitzstandard setzt, finde ich es hier meistens weit weniger eklig, eine öffentliche Toilette aufzusuchen, als in Deutschland. Ganz einfach, weil mir in der Kabine genügend Wasser zur Verfügung steht, um die Schüssel nach meinem persönlichen Hygienestandard zu reinigen.

Sich den Intimbereich nach dem Toilettengang mit Wasser zu reinigen, ist übrigens auch in weiten Teilen Asiens verbreitet. Die Japaner dürften da zu den Spitzenreitern gehören. Manche dieser Klos erinnern eher an das Cockpit eines Flugzeuges als an eine Toilette, weshalb in Internet auch unzählige Tutorials zur Bedienung zu finden sind.

Was der Eine komisch findet, ist des Anderen tägliches Geschäft

Hm… trocken Papier und sonst gar nichs.

Wieso tun sich die Deutschen nur so schwer damit? Tatsächlich habe ich mal einem Freund meine Begeisterung über die Wassertoiletten in Ägypten mitgeteilt, aber der war eher verwirrt als interessiert: „Das ist doch schon irgendwie komisch.“

Ist es komisch, weil wir es nicht kennen?

Als ich mich im Zuge dieses Artikels durchs Internet gelesen habe, fand ich einen Blogbeitrag, in dem jemand seinen Ekel über die Angewohnheit der Moslems aussprach, sich den Mors mit Wasser und Hand zu reinigen. Entsetzt fragte sich diese Person, wie viele Döner sie aus der Hand eines Moslems in ihrem Leben schon gegessen hat. Ich aber frage mich, wie man trockenes Papier am Po als hygienische Reinigung bezeichnen kann? Ob der Autor dieses Blogbeitrages wohl zu der Hälfte der Deutschen gehört, die den Kuss am Po als erotisches Lustspiel betrachten?

Manchmal verstehe ich uns Menschen einfach nicht.

Wir legen so großen Wert darauf, uns von den Tieren zu unterscheiden, an der Spitze der Evolution zu stehen, fortschrittlich zu sein, doch im selben Augenblick vertrauen wir blind auf alte Gewohnheiten und hinterfragen unser Tun nicht, nur weil wir das Tun eines Anderen „komisch“ finden?

Was las ich in einem Artikel im Handelsblatt vom 18.11.2016? „Die Klos von Berlin bis New York haben sich seit 100 Jahren nicht mehr wesentlich geändert. “

Das finde ich wiederum komisch. Dass in Ländern, die sonst jedem Fortschritt gegenüber aufgeschlossen sind, der Hintern die Arschkarte gezogen hat.

Aber so sind wir Menschen halt. Komisch.

Übrigens: Wer will, findet inzwischen auch in Deutschland gute Möglichkeiten, sein WC mit einer Popodusche nachzurüsten. Einfach mal im gut sortieren Fachhandel nachfragen oder die Suchmaschine der eigenen Wahl nutzen.

Auch in dieser öffentlichen Toilette inmitten der Wüste Sinai ist fließend Wasser vorhanden, damit alles Wichtige gereinigt werden kann.

Der Prozess des Schreibens für Auftraggeber

An diesem Text sitze ich bereits seit einer Stunde und es ist noch kein Satz zu Papier gebracht. Doch, einer. Dieser. Also der vorvorletzte. Davor gab es die ein oder andere Reihe wohlüberlegter Worte, die jedoch nichts in mir zum Klingen brachten, mich nicht berührten und auch sonst nichts in mir auslösten; also habe ich sie wieder gelöscht.

So ergeht es mir oft.

Ich sitze vor meinem leeren, virtuellen Blatt Papier und warte, bis mir das richtige Wort zu dem Gefühl, das ich vermitteln möchte, einfällt. Manchmal steigen in mir Textteile hoch, Phrasen, Metaphern, Absätze, Satzkombinationen und Wortkonstrukte, die vielleicht ganz gut sind, aber nicht das zum Ausdruck bringen, worum es mir geht.

Also drücke ich auf die Delete-Taste und warte erneut.

Schreiben ist ein Prozess

Manchmal ist Schreiben wie ein langer Weg durch die innere Textwüste.

In den seltensten Fällen setze ich mich hin und bringe im ersten Anlauf einen Text zustande, der durch alle Schichten meiner Gefühle dringt und mir eine Gänsehaut schenkt. Es ist wie beim Malen eines Ölbildes: Schicht um Schicht werden die einzelnen Lagen auf die Leinwand aufgetragen, bis am Ende vieler kleiner Handlungen ein Kunstwerk entsteht.

Natürlich gleicht nicht jeder Text, den ich schreibe, einem Kunstwerk. Nicht immer kommt es auf jedes einzelne Wort an, sondern mehr auf eine spontane Inspiration. Die Arbeit für Skyscanner geht mir zum Beispiel leicht von der Hand, da ich:

  • mit dem Thema vertraut bin,
  • den internen Tone of Voice kenne,
  • nicht werbend schreibe.

Doch nicht nur für mich ist das Schreiben ein Prozess, auch für den Auftraggeber. Skyscanner zum Beispiel hat mich vorab intensiv gebrieft, damit ich in der Sprache des Unternehmens schreibe. Jeder Text, den ich abgebe, wird von einer Kollegin gegengelesen – zum einen, um Fehler zu vermeiden, zum anderen, um sicherzugehen, dass ich nicht doch eine Formulierung gewählt habe, die nicht auf das Unternehmen passt.

Meistens braucht es Zeit, meinen Schreibstil den Wünsche des Auftraggebers anzupassen. Vor allem, wenn es noch keine Texte für das Unternehmen gibt oder die bestehenden überarbeitet werden sollen. In solchen Fällen habe ich nichts, woran ich mich orientieren kann, es sei denn, der Auftraggeber hat ein Beispiel für mich.

Ich freue mich, wenn Kunden sich auf diesen Prozess einlassen, denn so kann ein wirklich guter Text entstehen, der im Stil des Unternehmens verfasst ist. Gerade wenn es um eine Start- oder Über-uns-Seite geht, ist dieser Prozess wichtig. In der Regel gebe ich einen ersten Entwurf ab, anhand dessen ich die weitere Gestaltung vornehme. Es kann sein, dass die erste Fassung so gar nicht den Vorstellungen des Auftraggebers entspricht. Dann gilt es herauszufinden, was fehlt oder zu viel ist. Je detaillierter ich vorab weiß, was der Kunde sich wünscht, desto besser kann ich seine Grundideen umsetzen.

Unternehmenserfolg durch die Macht der Worte

Mit “Penis Enlagement” ist wenigstens für Aufmerksamkeit gesorgt.

Zwar gibt es Kunden, die das Texten einfach aus der Hand geben möchten, um mehr Zeit für das aktuelle Tagesgeschäft zu haben; ein mehr als verständlicher Wunsch. Allerdings werden Texte häufig als ein unwichtiges, vielleicht sogar lästiges Beiwerk betrachtet oder allein zur Suchmaschinenoptimierung eingesetzt. Dabei wird allzu schnell vergessen, dass in Worten große Macht liegt. Unsere Sprache beeinflusst unser Denken; wir können durch sie verunsichern, neugierig machen, zur Handlung aufrufen oder abschrecken.

Sinnvolle Gestaltung einer Internetpräsenz

Vier Punkte für eine gelungene Webseite.

Deswegen gehören zum Gesamtpaket der Gestaltung einer Internetpräsenz:

  • das Angebot des Unternehmens,
  • die Grafiken und Bilder,
  • die Nutzerfreundlichkeit
  • und die Texte.

Durch schöne Grafiken und ein darauf abgestimmtes Textkonzept präsentiert das Unternehmen sowohl optisch als auch intellektuell-informativ sein Produkt; eine erste Kontaktaufnahme mit dem Kunden findet statt. Während dieser kann die anfängliche Neugier eines potentiellen Kunden geschürt werden und der Wunsch in ihm, mehr zu erfahren, wächst. Sobald dann, an der richtigen Stelle, ein Handlungsaufruf (Call-to-Action) kommt, wird der Leser dem nachkommen; etwa zum Telefon greifen, eine E-Mail schreiben oder den Kauf-mich-Button drücken.

Großunternehmen haben für diesen Bereich oft eine Marketing- und Werbeabteilung sowie einen Pressebereich, in denen Texte und Bilder so aufbereitet werden, dass die Zielgruppe sich angesprochen fühlt. Die Inhalte werden im Team miteinander besprochen und in der Regel werden alle Texte von einem Kollegen gegengelesen, da ‚Betriebsblindheit‘ eine der Berufskrankheiten der Texter ist.

Es findet ein Prozess statt, um das Unternehmen optimal zu präsentieren.

Leseinhalte sollten als starkes Instrument der Kundengewinnung betrachtet werden und dementsprechend Aufmerksamkeit erhalten. Für Unternehmer, die wenig Zeit für ihre Texte haben, ist es also wichtig, sich einen Texter zu suchen, auf den sie sich verlassen können und der die Beiträge im Sinne des Unternehmens verfasst. Allerdings braucht es eine gewisse Einarbeitungszeit, denn jedes Unternehmen unterscheidet sich in seinem Angebot, der Zielgruppe, dem Sprachstil und den darin arbeitenden Menschen.

Achtung, jetzt wird es spannend:

Mit diesem Lächeln könnte auch Dein Text geschrieben werden. 😉

Wie könnte es anders sein – natürlich bin ich eine solche Texterin. 😉

In dem Wissen, dass Worte machtvoll sind, nutze ich sie gezielt und trete für ein Unternehmen in den sprachlichen Erfolgsprozess. Was das konkret heißt?

Mehr Aufmerksamkeit, mehr Wunschkunden und mehr Geld.

Jetzt ist es an der Zeit für den Call-to-Action-Satz:
Es kann losgehen? Dann ruf mich an! 0176 216 505 08

Ich freu’ mich schon!

Viola

PS: Emails sind mir lieber, da ich telefonisch schwer zu erreichen bin.

 

 

 

Mein Leben als Ausländerin

Ende 2016 bin ich aus meinem Land geflohen. Aus einem Land der Bürokratie, des Funktionieren-Müssens, des Stillsitzens und des Burn-outs. Aus einem Land, in dem die Menschen zum Lachen auf das Oktoberfest oder in den Keller gehen, und das, obwohl ihre Zähne strahlend weiß sind. Und glücklicherweise aus einem Land, dessen Staatszugehörigkeit mir fast jede Grenze öffnet.

Nun lebe ich als Ausländerin in einer Nation, deren Kultur, Werte und Religion so gar nichts mit meiner ursprünglichen Heimat gemeinsam haben. Gehe ich hier mit meinem kurzen Kleidchen auf die Straße, werde ich häufig von den fast komplett verhüllten Frauen mit ihrer Nikab angestarrt. Ob sie lächeln, vermag ich nicht immer zu sagen, da dieser Schleier nur die Augen frei lässt. Was die Kinder und Jugendlichen mir kichernd hinterherrufen, verstehe ich nicht, weil ich in der fremden Sprache bisher nur die Ausdrücke „Danke“ und „Wie geht’s“ gelernt habe. Den meisten Männern macht es nichts aus, sich öffentlich die Eier zu kraulen, und der Singsang der Gotteshäuser erzeugt in mir eine Mischung aus genervter Neugier.

Ab und an verunsichert mich all das, da es fernab von dem ist, was ich kenne. Dennoch bleibe ich, denn es geht mir gut hier. Die Sonne scheint jeden Tag, das Leben ist entspannt und im Gegensatz zu Deutschland gehöre ich in diesem wirtschaftlich armen Land der Oberschicht an.

Ich habe mich für ein Leben in Ägypten entschieden.

Von Vorurteilen, Ängsten und nackter Haut

Fatma in der Dschallabija © Fatma

Nun bin ich diejenige, die durch ihre Andersartigkeit fremde Gedanken und Ideen in ein Land einführt, das sich von meiner gebürtigen Heimat vollkommen unterscheidet. In Ägypten binde ich mir genauso wenig ein Kopftuch um wie viele meiner türkischen oder syrischen Mitbürgerinnen es in Deutschland ablegen. Während ich hier im Bikini am Strand liege, verlassen meine beduinischen Nachbarinnen das Haus nur in ihrer schwarzen Dschallabija. Ob ich mich integriere? Mich anpasse? Objektiv betrachtet sieht es kaum danach aus.

Oft frage ich mich bei einem Gang durch die überhitzten Straßen, wo eigentlich der Unterschied zwischen mir in Ägypten und einer Syrerin in Deutschland liegt? Außer dass ich nicht vor dem Krieg geflohen bin, sondern eher vor – ja, was eigentlich?

Wir sind beide fremd in einer fremden Welt.

Doch so aufregend oder lebenssicher fremde Welten auch sein mögen, sie konfrontieren uns auch mit unseren Vorurteilen, unseren Ängsten und unseren Moralvorstellungen. Sie fordern uns, um Hilfe zu bitten und uns verletzlich zu zeigen. Und manchmal enttäuschen sie uns auch.

Wie gut tut es dann, Menschen zu begegnen, die uns Zeit lassen, unseren Platz in der fremdartigen Umgebung zu finden. Die uns einen Zugang zu ihrer kulturellen Andersartigkeit verschaffen, indem sie einfach offen für unsere jeweilige Andersartigkeit sind. Die statt einer Bedrohung ihrer Werte und Normen eine Bereicherung in uns Zuwanderern sehen.

Konfrontation mit anderen Wertvorstellungen

Fatma mit den Ziegen in der Wüste © Fatma

In Ägypten habe ich mit einer jungen Beduinin Freundschaft geschlossen. Das Leben, das sie führt, ist eins, gegen das wir in Europa ankämpfen. Gefangen in ihren familiären Strukturen bedient sie gemeinsam mit ihrer Mutter und ihren Schwestern die Männer ihres Clans. Sie kocht, wäscht und organisiert den häuslichen Bereich. Sie betet fünfmal am Tag, führt die Ziegen durch die Wüste und ist mit ihren 25 Jahren noch unverheiratet. Sie weiß, dass der Mann, für den sie sich entscheidet, vielleicht noch drei weitere Ehefrauen neben ihr haben wird. Für sie ist Frauenbeschneidung ein fester und guter Bestandteil ihrer Kultur. Und es würde ihr niemals einfallen, bei 45 °C im Schatten ohne ihr schwarzes Gewand plus Kopftuch in die Öffentlichkeit zu gehen.

Der Taxifahrer meines Vertrauens hat den Kontakt hergestellt. Ich suchte jemanden, der für mich sauber macht. Am ersten Tag, als ich sie traf, kam sie selbstbewusst in mein Haus. Hoch erhobenen Hauptes zog sie ihre Dschallabija aus, nahm den Eimer in die Hand und begann zu wirbeln. Ihre offene und direkte Art hat mich tief beeindruckt. Meine peinliche Berührtheit darüber, dass sie nur 2,50 € die Stunde verlangt, verflog schnell angesichts ihrer Freude, für mich arbeiten zu können. Putzen ist eine der wenigen Möglichkeiten für sie, ihr eigenes Geld zu verdienen. Am Ende des Tages lud sie mich zu sich nach Hause zum Essen ein.

Von Menschen, die sich begegnen

Aus dem ersten Essen sind inzwischen viele geworden. Mit ihrer offenen Art nimmt Fatma mich an die Hand und schenkt mir einen Einblick in ihr Leben. Wir sprechen über Männer, Beinhaarrasur und die Liebe. Wir lachen gemeinsam und machen uns gegenseitig Geschenke. Sie freut sich, wenn ich auf Arabisch frage, wie es ihr geht, und gibt mir jedes Mal weitere arabische Worte mit auf den Weg. Umgekehrt bin ich entzückt, wenn ich ihr gebrochenes Deutsch verstehe. Englisch hat sie durch den Verkauf kleiner Armbänder auf der Straße gelernt. Ihre konservativen Nachbarn nerven sie, weil diese alles, was anders ist, abschätzig kommentieren. Doch sie lässt mich sein, wie ich bin – mit meinem kurzen Kleid, meinen offenen Haaren und meiner typisch deutschen Korrektheit.

Fatma nimmt mir meine Ängste und lässt mich meine Vorurteile überdenken. Sie ist eine von den Menschen, durch die Integration erst möglich wird, weil sie sich öffnet und mich in ihr Leben lässt. Es geht ihr nicht darum, mich von ihrer Lebensweise zu überzeugen, sondern darum, dass ich diese kennenlerne. Wir entdecken über all unsere Unterschiede hinweg unsere Gemeinsamkeiten und stellen fest, dass wir einfach zwei Menschen sind, die sich begegnen. Im Zusammensein mit Fatma bedeutet Integration schlichtweg Freundschaft.

Ich bin all jenen Menschen in Ägypten dankbar, für die meine Herkunft, Hautfarbe, Kleidung, Religion oder einfach ich selbst ein Anlass dazu sind, mit mir in Kontakt zu treten. Die neugierig darauf sind, was ich zu erzählen habe und wie ich die Welt sehe. Das sind die Menschen, die mich bereichern und mich einladen, meinen Horizont zu erweitern. Einfach dadurch, dass sie mutig genug sind, trotz all unserer kulturellen Gegensätze herauszufinden, wo unsere menschliche Gemeinsamkeit liegt.

Mein Leben in Fülle: Endlich darf auch Mangel sein

Vor einigen Wochen saß ich morgens in meinem Bett und mit einem Mal machte etwas in mir klick. Während einer Dankbarkeitsübung, bei der ich so tat, als wären meine unerfüllten Wünsche bereits Wirklichkeit geworden, sagte ich wie von selbst laut den Satz: „In dem Moment, in dem ich mich entschieden habe, in Fülle zu leben, war auch das plötzlich möglich!“

Stille.

Vor mir lag eine Liste mit Wünschen. Es standen große und kleinere Wünsche drauf. Materielle und andere. Einfach Wünsche, wie sie wohl jeder hat. Und dann sagte ich diese Worte, die mir zwar irgendwie lange vertraut gewesen waren, doch die mit einem Mal mein Bewusstsein erreicht hatten.

Und nach der Stille kam der Sturm.

Innerer Sturm

Der innere Sturm. Hier auf Vulcano/Sizilien.

Mich für Fülle entscheiden. Was bedeutet das eigentlich?

Es wirbelten unendlich viele Gedanken durch meinen Kopf. Bisher hatte ich in vielen Bereichen meines Lebens den Eindruck gehabt, von einem Gefühl der Fülle weit entfernt zu sein. Und zwar nicht, weil ich mich dafür entschieden hatte, sondern weil die Umstände einfach nicht erfüllend waren – dachte ich.

Wie etwa ist es möglich, in Fülle zu leben, wenn ich doch seit Jahren den Wunsch habe, meine Familie und meine Freunde in den USA zu besuchen, doch mein Geldbeutel es nicht hergibt? Wie soll ich in Fülle leben, solange mir nicht klar ist, wie ich im nächsten Monat meinen Lebensunterhalt sicherstelle, da meine Kunden gerade in der Sommerpause sind? Wie kann ich in Fülle leben, solange in meinen Finanzen ein riesiges Loch klafft?

Wut brauste in mir auf und es brodelte. Wie soll ich mich für ein Leben in Fülle entscheiden, wenn doch um mich herum nur Mangel herrscht? Ich war mir sicher, die Umstände standen zwischen mir und dem Leben, das ich mir so sehr wünschte. Solange die Umstände so blieben, wie sie waren, konnte sich gar nichts ändern.

Doch die Umstände änderten sich. Ich entschied mich, in einem Land zu leben, in dem andere Menschen nur Urlaub machen. Gleichzeitig betrugen die Lebenshaltungskosten nur ein Minimum von denen in Deutschland. Es kamen Kunden zu mir, die bereit waren, viel Geld in gute Texte zu investieren. Und nach einer Weile realisierte ich, dass die Umstände so waren, wie ich sie mir immer für ein Leben in Fülle vorgestellt hatte – doch das Gefühl der Fülle trat nicht ein.

Als ich das feststellte, entwickelte sich der Sturm zu einem ausgelassenen Orkan.

Ein innerer Orkan

Der Orkan, der mir nicht nur die Frisur zerpflückt hat.

Es begann damit, dass ich verzweifelt jemanden suchte, den ich für mein Mangelgefühl verantwortlich machen konnte. Etwa meine Familie, die es versäumt hatte, mich für die Fülle im Leben zu sensibilisieren. Oder die Schule, die mich, statt mich in meinen Talenten zu fördern, durch ihr beknacktes Notensystem nur noch mehr verunsichert hatte. Auch das Finanz- und Steuersystem kam mir wie gerufen, da es so undurchsichtig war wie die schwarze Tinte eines Riesenkraken. In mir tobte ein rebellischer Trotz, der mit aller Macht versuchte, die unangenehme Wahrheit von mir selbst fernzuhalten.

Doch das war erst der Anfang.

Denn die unsanften Böen des inneren Unwetters warfen mich immer wieder zurück auf mich selbst. Sie packten mich, schüttelten mich durch, drückten mich zu Boden und rissen mich hoch. Doch um nichts in der Welt war ich bereit, mir oder einem anderen einzugestehen, dass allein ich diejenige war, in deren Macht es lag, mich für ein Leben in Fülle zu entscheiden. Denn das hätte ja bedeutet, dass ich vierzig Jahre lang nur einen einfachen Gedanken von meinem Paradies entfernt gewesen war – und das durfte einfach nicht sein.

Als ich meinen Stolz erkannte, kam die Stille zurück.

Die Ruhe nach dem Sturm … auch auf Vulcano/Sizilien

In Fülle leben. Was bedeutet das eigentlich?

Bedeutet es, das mir jeder Wunsch erfüllt wird? Dass ich immer und zu jeder Zeit die richtigen Ideen parat habe, um meine Ziele zu erreichen? Meint „in Fülle leben“ die Abwesenheit von Neid, Unmut oder Sehnsucht? Ist „in Fülle leben“ das ausschließliche Mich-Hinwenden zu den Dingen, die ich habe, und das Nicht-Wahrnehmen der Dinge, die ich nicht habe? Bedeutet „in Fülle leben“ also, immer ein halb volles Glas statt ein halb leeres Glas Wasser vor mir zu haben?

Die Antwort auf diese Frage erreichte mich sofort:

„In Fülle leben“ heißt, mich mit meinem Leben so anzunehmen, wie ich bin. „In Fülle leben“ meint, Gefühle wie Sehnsucht, Neid oder Unmut anzuerkennen, statt sie ändern oder nicht fühlen zu wollen. Es bedeutet, der Menschlichkeit in mir vollkommen zuzustimmen. Und ich als Mensch finde das Leben manchmal unglaublich ungerecht und unfair, bevor ich im nächsten Augenblick wieder vor Glück durch den Tag tanze. Ein Leben in Fülle ist ein Leben in Unvollkommenheit, denn nur, wenn wirklich alles sein darf, lebe ich in Fülle.

Ein warmer Wind kam auf und streichelte meine Seele.

Ein leichter, warmer Wind

Ein leichter Wind und schöne Blüten.

In diesem Augenblick entschied ich mich, vorbehaltlos in Fülle zu leben. Die Konsequenzen meines Entschlusses konnte ich in dem Moment noch nicht absehen. Es konnte sein, dass ich nie das Geld zusammenhaben würde, um in die USA zu reisen – es konnte aber auch sein, dass sich mit einem Mal Möglichkeiten auftun würden, von denen ich jetzt noch gar nichts ahnte.

Doch das war gar nicht mehr wichtig. Viel wichtiger war der innere Frieden, der sich in mir ausbreitete. Eine tiefe Entspannung. Körperlich spürbar. Glückseligkeit.

„In dem Moment,
in dem ich mich entschieden habe, dem Mangel in meinem Leben zuzustimmen,
trat die Fülle auf mich zu.“

Glücksfeld

Das Glücksfeld. Dreiblättrig, deshalb wohl die Fülle.

 

 

 

Dumpingpreise bei Textern und was der Koch damit zu tun hat

Als Texterin höre ich immer wieder die Empörung darüber, dass manche Auftraggeber nicht bereit sind, mehr als 2 Cent pro Wort zu zahlen und dass wir deswegen keine Möglichkeit haben, unser volles Potenzial einzusetzen, um einen Premiumtext zu Papier zu bringen.

Schließlich arbeiten und arbeiten wir, damit wir mit dem bisschen Geld, das wir verdienen, unseren Alltag finanzieren können. Wo bleibt da die Zeit, geschweige denn die Energie, für einen wirklich guten Text? Stattdessen regen wir uns über Dumpingpreise auf und darüber, dass unsere Arbeit nicht wertgeschätzt wird. Wir erleben uns als das hilflose Opfer einer bitteren, geldgierigen Gesellschaft, die nur darauf aus ist, unsere Kreativität auszusaugen, um uns anschließend leergelutscht in der Ecke der gescheiterten Existenzen zu vergessen.

Gebe ich mich diesen Gesprächen hin, drücken sie mich zu Boden. Sie rauben mir die Lust auf meinen nächsten Auftrag. Dann fühlt es sich an, als habe ich mit meiner Berufswahl alles falsch gemacht und mir aus dem Topf der Fähigkeiten ausgerechnet die herausgepickt, die am wenigsten wert ist.

Doch wer legt den Wert meiner Arbeit eigentlich fest? Ist es tatsächlich die bittere, geldgierige Gesellschaft? Sind es die Auftraggeber? Oder sind es meine Berufskollegen, die mir mit ihren Dumpingtexten jeden Auftrag vor der Nase wegschnappen?

Oder aber … Bin ich es selbst, die den Wert meiner Arbeit bestimmt? Die die Entscheidung darüber fällt, Gourmetformulierungen für den Unternehmenserfolg meines Auftraggebers anzubieten oder bloß Fast-Food-Floskeln, um meinen Alltag zu finanzieren?

Die Geschichte vom Koch und vom Gast

Clubsandwich im Restaurant

Gourmet hin oder her – manchmal muss es einfach ein Burger sein. Oder ein Clubsandwich 🙂 Hat geschmeckt!

Mir ist aufgefallen, dass mein Verhalten lange Zeit dem eines Kochs in einem Gourmetrestaurant glich. Eines ängstlichen Kochs, den es hoffentlich gar nicht gibt.

Dieser besagte Koch hat vor einiger Zeit sein eigenes Drei-Sterne-Restaurant in der Stadt eröffnet, nachdem er jahrelang in Anstellung Erfahrungen gesammelt hat. Die Preise in seinem Restaurant sind hoch – doch dafür hat er seinen Gästen auch etwas bieten. Schließlich verwendet er nur die besten Zutaten für seine Gerichte. Auch die Zubereitungszeit, ist im Preis miteinkalkuliert. Denn nur so kann er seinen Kunden mit jedem Bissen einen besonderen Genuss bereiten. Und da ein gutes Ambiente zu einem gehobenen Restaurant dazugehört, hat der Koch auch an der Innenausstattung nicht gespart.

Eines Tages gibt ein Gast seine Bestellung mit der Anmerkung auf, dass er nicht bereit sei, den vollen Preis zu zahlen, sondern nur einen Bruchteil davon. Seine Geldbörse gebe nicht mehr her. Falls das jedoch ein Problem sei, könne er natürlich auch in das Restaurant nebenan gehen. Oder in das gegenüber. Auswahl sei ja genügend vorhanden. Da der Koch unsicher ist und Angst hat, dass seine Küche kalt bleibt, falls der Kunde geht, stimmt er dem Angebot des Kunden zähneknirschend zu. Bei der Zubereitung gibt sich der Koch große Mühe und hofft, dass der Gast beim nächsten Mal bereit ist, mehr zu zahlen – schließlich hat er nun einen Eindruck von seinen Kochkünsten erhalten.

Doch als der Gast am folgenden Tag wiederkommt, bestellt er das gleiche Menü mit der Anmerkung, dass er auch heute nicht mehr als gestern zahlen werde. Mit einem bitteren Lächeln im Gesicht geht der Koch in die Küche und ärgert sich über den Kunden. Diesmal gibt er sich nicht so viel Mühe bei der Zubereitung. Zwar würde er es gerne, doch dazu fehlen ihm die Mittel. Die Miete ist hoch, die Zutaten teuer und er muss auch noch andere Menschen bekochen, damit er seine Ausgaben decken kann. Doch vor allem ist der Koch missgelaunt darüber, dass der Gast offenbar nicht zu schätzen weiß, wie viel Arbeit und Mühe in seinem Restaurant und in seinen Gerichten steckt. Viel mehr als eine Fast-Food-Zubereitung serviert er dem Kunden deshalb nicht. Zwar ist das für den Koch unbefriedigend und er schämt sich auch ein bisschen, als er die Enttäuschung im Gesicht des Gastes sieht, aber er muss ja schließlich auch an sich selbst denken …

Restaurant am Meer. Ja, ihr könnt es nicht sehen … aber es ist so wunderschön <3

Glücklicherweise hat der Koch in meiner Geschichte schon am dritten Tag bemerkt, dass es so nicht weitergehen kann. Also hat er für sich eine Entscheidung gefällt.

Als der Kunde am nächsten Tag kommt, tritt der Koch auf ihn zu und sagt: „Sehr geehrter Herr Gast, es tut mir leid, dass ich Sie gestern enttäuscht habe. Sie haben eine Bestellung für mein Drei-Sterne-Menü aufgegeben und stattdessen ein Fast-Food-Gericht serviert bekommen. Es war mein Fehler, denn ich habe mich aus Angst, dass meine Küche kalt bleibt, mit Ihnen auf einen Handel eingelassen, dem ich gar nicht gerecht werden kann. Damit das nicht noch einmal vorkommt, berechne ich ab jetzt für das Menü nur noch den Preis, der auf der Karte vermerkt ist. Die Extraportion Petersilie, die Sie so gerne mögen, die bekommen Sie selbstverständlich weiterhin gratis dazu.“

Ich weiß nicht, was der Gast daraufhin gemacht hat. Es kann sein, dass er in das Restaurant nebenan gegangen ist. Oder in das gegenüber. Auswahl hat er ja genug. Vielleicht kam er auch wieder zurück. Wirklich – ich weiß es nicht. Doch der Koch steht nun mit Begeisterung in der Küche und freut sich über jede Bestellung. Ja, es stimmt. Es sind nicht mehr so viele Kunden da wie zu der Zeit, als der erwähnte Gast noch bei ihm verkehrt hat. Dafür aber hat der Koch nun ausreichend Zeit, die einzelnen Speisen zuzubereiten und mit all der Sorgfalt zu behandeln, die ein Drei-Sterne-Menü von einem Fast-Food-Gericht unterscheidet.

Fast-Food-Floskel oder Gourmetformulierung

Tanzen und springen und albern und lachen … essen übrigens auch. Wir leben doch nur einmal!

Massenprodukte gibt es in der Textwelt mehr als Worte. Doch Texte, die unser Denken für neue Möglichkeiten öffnen, uns zu unseren verborgenen Sehnsüchten tragen, mit unseren Sinnen tanzen und sich des vollen Reichtums aus dem Handwerkskoffer der Schreibkunst bedienen, sind wie ein Drei-Sterne-Restaurant zwischen all den Fast-Food-Ketten: selten. Dabei sind es diese Texte, die uns in Erinnerung bleiben, weil sie nicht nur eine Aneinanderreihung aus fehlerfrei geschriebenen Worten sind, sondern eine leserliche Köstlichkeit aus Buchstaben, Satzzeichen und Absätzen bilden, die unsere Gedanken stimulieren und unseren Geist, Satz für Satz, mit den Inhalten füllen, die ihn gesund erhalten und ihn nähren

Ich möchte, dass Texte solcher Art meinen Schreibtisch verlassen und zum Kunden gelangen. Das sind die Texte, die bereits während des Schreibens eine Wirkung erzielen und beim Lesen ihre volle Kraft entfalten. Doch es liegt in meiner Verantwortung, dafür zu sorgen, dass die Bedingungen, die ich brauche, um hochwertige Inhalte zu erstellen, eingehalten werden. Die Verantwortung meines Kunden ist, sein Budget im Blick zu behalten.

Natürlich kann es dann sein, dass Kunden einen Kollegen beauftragen, der bereit ist, für 2 Cent pro Wort zu arbeiten – Auswahl gibt es genug. Es ist auch möglich, dass ich meine laufenden Kosten dann nicht mehr decken kann, da mir die Kunden vollständig ausbleiben. Auch ist es denkbar, dass ich mit meinem Entschluss alleine dastehe und die Kollegen, die für wenig Geld hart arbeiten, auf mich herabschauen und tuscheln: „Sieh nur – die glaubt wohl, die sei etwas Besseres.“ Wer weiß das schon? Es ist ein Risiko.

Doch wie heißt es so schön? No risk, no fun!

Und ich tanze und feiere und drehe mich um.
Ich flippe und wirbele und lache mich krumm.
Das ist das Leben, es gleicht einem Fest.
Manchmal mit Angst, doch mein Mut ist „the best“.

Glücksschwein

Mein Weg zur Dankbarkeit oder warum ich plötzlich gerne arbeite

Als mir am Ende der Welt die Kunden ausblieben, manche Auftraggeber ihre Rechnungen nicht beglichen und mein Konto leer gefegt war, wurde mir plötzlich bewusst, wie machtvoll Dankbarkeit ist.

Es gab einen Tag, da schien unter mir der Boden wegzubrechen. Mitten in der Mondlandschaft der Wüste Namib warf ich einen Blick auf mein Konto und geriet in Panik bei der roten Zahl, die ich sah. Mein Dispo war bis zum Anschlag ausgeschöpft – zu einer Zeit, in der ich kaum Aufträge erhielt. Und dann erreichte mich noch am selben Tag eine E-Mail von einem Kunden, in der mir mitgeteilt wurde, dass er nicht bereit sei, die vereinbarte Summe für einen abgeschlossenen Auftrag zu zahlen.

An jenem Tag habe ich mich so unendlich einsam gefühlt. Nicht nur, weil ich mich in einem Land aufhielt, dass dreimal so groß wie Deutschland ist, aber nur halb so viel Einwohner wie Berlin hat. Auch nicht, weil auf der einsamen Farm, auf der ich lebte, abends um 22 Uhr der Strom abgeschaltet wurde und ich zusehen musste, wie ich mit meinem Leben in der Wildnis der Wüste allein zurechtkam – nein. Ich habe mich vor allem deshalb einsam gefühlt, weil ich in dem Augenblick nicht sah, in welcher Fülle und in welchem Reichtum ich eigentlich lebte.

Auf den Spuren der Dankbarkeit

Das ist sie, die Mondlandschaft bei Swakopmund.

Nachdem ich geschrien, getobt, geweint, geschimpft und geflucht hatte, fiel mir plötzlich ein E-Book in die Hände, das ich vor Monaten gekauft habe: The Magic von Rhonda Byrne. In diesem Buch sind 28 kleine Übungen zum Thema Dankbarkeit beschrieben. Da es angeblich so ist, dass diese Übungen mein Leben rapide zum Besseren wandeln sollten, beschloss ich, es durchzuarbeiten. Schlimmer konnte es ja kaum werden.

  • Also war ich dankbar dafür, dass ich einen Dispo hatte, der mir ermöglichte, auch ohne vorher viel Geld gespart zu haben, meinen Traum zu leben.
  • Ich war dankbar dafür, dass ich endlich Zeit hatte, mich mit meiner Website und meinem Blog zu beschäftigen, da ich kaum Aufträge hatte.
  • Und ich war unglaublich dankbar dafür, dass mir eine Freundin einen guten Anwalt empfahl, um mein Geld einzutreiben, sowie dafür, dass ich nun wusste, dass ich nur noch gegen Vorkasse arbeiten würde.

Und wie durch ein Wunder kam mit der Dankbarkeit ein Gefühl von Stärke und Vertrauen zurück. Ich schaute mich in meinem Leben um und fragte mich: Was will ich wirklich? Wer will ich sein? Welche Wünsche leben tatsächlich tief in mir und warten darauf, durch mich erfüllt zu werden?

Einer meiner Wünsche war zum Beispiel, dass ich nur noch Aufträge erhalte, die mir Spaß machen und die mich inspirieren. Zu der Zeit aber hatte ich überwiegend Aufträge, die zum Teil sehr schlecht bezahlt wurden und mich inhaltlich kaum ansprachen. Gleichzeitig wollte ich durch meine Texte Menschen inspirieren und sie unterstützen weiterzukommen. Doch wie sollte das gehen, wenn ich doch selbst nicht inspiriert war und mich die Aufträge auf meinem eigenen Weg nicht von der Stelle ließen? Also nahm ich all meinen Mut zusammen und sagte einem Auftraggeber, für den ich seit ein paar Monaten arbeitete, dass ich bestimmte Texte nicht mehr für ihn schreiben werde – und das, obwohl ich nicht wusste, wie ich meine nächste Rechnung bezahlen sollte.

Und plötzlich änderte sich meine Welt

Hier gönnte ich mir einen Tag im Paradies.

Gleichzeitig übte ich mich darin, für jeden Kaffee, den ich irgendwo trank, dankbar zu sein. Ich erinnerte mich daran, für die Luft, die ich atme, zu danken. Ich dankte für die Möglichkeit, in Namibia umsonst auf einer kleinen Farm wohnen zu dürfen, und für meinen Laptop, der mir dabei hilft, ortsunabhängig zu arbeiten. Ich war unglaublich dankbar für all die hilfreichen Menschen, denen ich begegnete, und für den neuen Auftrag, der mich inspirierte und mir Spaß machte: das Erstellen eines Werbebriefes.

Mit diesem ersten Auftrag, den ich nach meiner bewussten Entscheidung, in Dankbarkeit zu leben, annahm, erfüllten sich mir gleich drei Wünsche auf einmal:

  • Ich übernahm einen Auftrag, der mir Freude bereitete.

  • Ich unterstütze meine Auftraggeberin bei ihrer Arbeit und verhalf ihr zu neuen Kunden.

  • Mit dem Geld, das ich dadurch verdiente, erfüllte ich mir einen kleinen Traum: Ich buchte mich eine Nacht in einer wunderschönen Lodge ein.

Außerdem war dies der erste Auftrag, der zu meinen neu aufgestellten Bedingungen abgewickelt wurde. In mir war so viel Dankbarkeit, dass ich das Gefühl hatte, ich platze vor Glück.

Mir wurde immer mehr bewusst, in welcher Fülle ich wirklich lebe. Ich habe jeden Tag etwas zu essen und zu trinken. Die materiellen Wünsche, die im Augenblick wirklich in mir wohnen, kann ich mir erfüllen und für die, die noch unerfüllt sind, bin ich schon heute dankbar. Mich umgeben so viele Menschen, die mir wohlgesonnen sind und mit deren Unterstützung mir Dinge möglich sind, die ich allein nicht schaffen würde. Jeden Tag sehe ich so viel Schönes um mich, dass sich mein Herz mehr und mehr öffnet. Meine Texte inspirieren Menschen, auf ihrem eigenen Weg Neues zu wagen, und sie unterstützen meine Kunden dabei, dass ihr Business wächst und sie ihren Erfolg ausbauen können.

Eine Welt ist voller Wunder und Magie

Ups… Ein Einhorn, wenn das kein Wunder ist!

Dankbarkeit ist für mich der beste Weg, meinen Kunden wirklich gute Qualität zu liefern, weil ich plötzlich weiß, wofür ich arbeite: für Menschen, die ich dabei unterstütze, ihre eigenen Träume und Erfolge zu leben. Durch manche meiner Texte erhalten Menschen einen neuen Arbeitsplatz – andere ermöglichen, dass ein Unternehmen etwas Neues ausprobieren kann und wächst, wodurch wieder andere Menschen profitieren. Viele meiner Texte machen auf ein neues Angebot aufmerksam und wecken eine Idee dafür, was möglich ist. Und durch all die Aufträge, die ich erhalte, unterstützen mich meine Kunden dabei, meine eigenen Träume zu verwirklichen und erfolgreich zu sein.

Und dafür bin ich unglaublich dankbar.

Dankbarkeit sei wie ein Muskel, den man trainieren kann, steht in einem anderen Buch, dass sich mit dem Thema auseinandersetzt. Und so erlebe ich es auch. Statt mich auf die Mängel um mich herum zu konzentrieren, erinnere ich mich an die Fülle, die mich umgibt, und lebe nun in einer Welt voller Wunder und Magie.

Manchmal, freilich, falle ich zurück in alte Gewohnheiten und nehme das Leben, die Sterne über mir, die Dinge, die ich tun kann, und den ganzen Rest als selbstverständlich hin. So lange, bis mir klar wird, dass nichts von all dem selbstverständlich ist. Ich bin hier. Ich kann gehen, sehen und denken. Ich kann lesen und meine Welt beeinflussen. Ich kann wieder meine Rechnungen bezahlen. Und ich kann Dinge unternehmen, die mir Spaß machen. Nichts von all dem ist selbstverständlich.

Alles um mich herum ist ein Grund, dankbar zu sein. Auch Dir bin ich dankbar, denn was gibt es Schöneres für mich als Texterin, als wenn meine Texte auch gelesen werden? Ich danke Dir, dass Du Dir die Zeit dafür genommen hast. Ich danke Dir für einen Kommentar oder eine Empfehlung. Ich danke Dir, weil Deine Aufmerksamkeit mich mit Freude erfüllt.

Danksagung:

Danke an Rhonda Byrne für das kleine Büchlein, das sie geschrieben hat und mir dadurch zeigte, wie machtvoll Dankbarkeit ist.

Mehr als 32 Filme nach wahren Begebenheiten, die Mut machen

Das hat zwar nichts mit Reisen zu tun, doch mit meiner Arbeit als Erfolgsredakteurin. Ich ständig auf der Suche nach Erfolgsgeschichten, nach Storys, die mich inspirieren weiter zu gehen und mein Ziel niemals aus den Augen zu verlieren. Auch dann nicht, wenn es hart auf hart kommt, weil gerade keine Aufträge reinkommen, obwohl mein Konto leer gefressen ist und ich in der Wüste Namibias sitze.

Die folgenden Filme machen mir Mut. Sie beflügeln mich, treiben mich an, geben mir Hoffnung und erinnern mich daran, dass ich auf dem richtigen Weg bin.

1. Erin Brockowich – ohne Ausbildung erfolgreich

Meine absolute Nummer 1. Der Film über eine schlafgertige, junge Mutter von 3 Kindern, die einfach nicht aufgegeben hat ihren Weg zu gehen. Dabei inspiriert mich vor allem, dass sie ohne Ausbildung erfolgreich in einer Anwaltskanzlei arbeitet. Ich selbst habe lange Zeit darunter gelitten, kein abgeschlossenes Studium zu haben – doch was sagt die Masterarbeit eigentlich wirklich über die Qualität der Arbeit aus?

2. Das Streben nach Glück – behalte Deine Ziele im Auge

Gleich danach kommt “Das Streben nach Glück”. Der Film macht mir Mut, meine Ziele im Auge zu behalten und vorwärtszugehen, auch wenn es so scheint, als habe sich die Welt gegen mich verschworen. Die Geschichte von Chris Gardner erinnert mich auch immer wieder daran, dass unser Bankkonto nichts mit unserem Wert zu tun hat. Und noch etwas: Der Film lädt mich ein, meine Chancen um Leben zu ergreifen.

3. Blind Side – ein Film voller Liebe

Wie gut und wie wichtig es ist, wenn jemand an einen glaubt, zeigt dieser Film. Und wie schön es ist eine Familie zu haben, auch, wenn es nicht die Ursprungsfamilie ist.

4. Freedom Writers – Schluss mit dem Schubladendenken

Dieser Film macht deutlich, wie viel Potenziale wir freilegen können, wenn wir aufhören, Menschen in Schubladen zu stecken und ihnen stattdessen den Raum geben, den sie brauchen, um sich zu entfalten. Und außerdem bewundere ich Menschen, die in anderen den Menschen sehen, wie die Lehrerin Erin Gruwell.

5. Wüstenblume – einen Tag nach dem anderen

Ein schrecklicher Film in sofern, als dass das Thema Klitorisbeschneidung mit all seinen Folgen thematisiert wird. Und dennoch birgt er auch die Hoffnung und das Glück, dass auch, wenn ein Teil des Körpers (und der Seele) verstümmelt wurde ein Leben in Fülle und Glück möglich ist.

6. 127 Hours – der bloße Wille zu leben

Gefangen in einer Felsspalte, mitten im Nirgendwo erzählt dieser Film von der absoluten Entschlossenheit Aron Ralstons zu überleben. Ein absolut kraftvoller Film, der zeigt, dass manche Auswege aus verzwickten Situationen Opfer erfordern.

7. Der lange Weg zur Freiheit – die Macht der Liebe

Nelson Mandela kann ich nur bewundern. Trotz Gefangenschaft, Apartheid und dem Erkennen der eigenen Machtlosigkeit ist Mandela den Weg der Liebe und der Vergebung gegangen. Das Resultat dieser Entscheidung war, dass er nach über 27 Jahren Haft zum Präsidenten Südafrikas ernannt wurde. Übrigens war ich dieses Jahr auf Robben Island und durfte noch andere ehemalige Gefangene kennenlernen, die heute aus freien Stücken in ihrem ehemaligen Gefängnis als Guide arbeiten. Die Frage, was sie dazu bewegt, wurde wie folgt beantwortet: “Hass und Groll hält dich selbst klein und macht dich krank, deswegen habe ich mich entschieden, zu vergeben.” DANKE für all die tollen Männer und Frauen, die sich täglich neu entscheiden, den Weg der Liebe und der Vergebung zu gehen.

8. Schindlers Liste – aus Liebe zum Menschen

Oskar Schindler hat etwa 1200 Juden vor dem Tod im KZ bewahrt, indem er sie in seinen Rüstungsbetrieben beschäftigte. Er hat sich selbst dadurch in große Gefahr gebracht. Dennoch meinte er am Ende des Krieges, es sein noch zu wenige gewesen – und doch kommt es auf jeden einzelnen Überlebenden an. Danke für so viel Mut und Hingabe den Menschen gegenüber.

9. Hanna Ahrens – von der Banalität des Bösen

Die jüdische politische Theoretikerin traute sich auszusprechen, was andere nicht mal zu denken wagten. Nämlich das die Massenmorde an der jüdischen Bevölkerung auch der “Banalität des Bösen” geschuldet sind, “vor der das Wort versagt und an der das Denken scheitert.” Sie musste sich aufgrund dieser Aussage heftiger Kritik stellen und hatte doch das Rückrad, dem standzuhalten. Bewundernswert.

10. Hidden Figures – unbekannte Heldinnen

Frauen im Weltraumprogramm sind auch heute noch unterrepräsentiert – oder zumindest nicht so tragend, wie Männer. Doch ohne die drei Heldinnen, die dazu auch noch schwarz waren, wäre der berühmte Astronaut John Glenn nie in die Umlaufbahn gelangt. Schade, dass es über 40 Jahre brauchte, um die Heldinnen als solche zu ehren. Was mich besonders bewegt, ist, dass auch diese Frauen ihrem Weg und ihren Zielen treu geblieben sind.

11. 12 Years a Slave – der Glaube versetzt Berge

Ein harter Film über die Entführung eines freien Afroamerikaners in die Sklaverei. Was mir bei dem Film Mut macht ist, dass Solomon Northup auch nach 12 Jahren noch nicht aufgegeben hat, an seine Freiheit zu glauben. Mag es auch über ein Jahrzehnt gedauert haben bis sich eine passende Gelegenheit bot, Solomon Northup nutzte sie.

12. Long Walk Home – starke Mädchen

https://www.youtube.com/watch?v=vJzKCBEUwiM

Drei Aboriginemädchen, die ihren Müttern gewaltsam entrissen wurden, um im Erziehungsheim nach weißen Maßstäben unterrichtet zu werden, entfliehen der Anstalt und machen sich auf den Weg nach Hause. Dabei durchqueren sie halb Australien und sind wochenlang unterwegs. Der Film zeigt mir, wie oft wir unsere Kinder unterschätzen – und wahrscheinlich auch uns selbst.

13. Spuren – dem inneren Ruf folgen

Die wahre Geschichte einer jungen Frau, die einen Traum hat und alles daran tut, diesen umzusetzen. Auch dieser Film macht mir immer wieder Mut mich daran zu erinnern, wie wichtig es ist, den eigenen Wünschen treu zu bleiben und dem inneren Ruf zu folgen – trotz aller Hindernisse.

14. The Walk – lang geplant und hoch hinaus

Auch hier hat jemand einen Traum und tut alles daran, sich ihn zu erfüllen. Allerdings ist dieser Traum wirklich waghalsig, handelt er doch von nichts weniger, als auf einem Drahtseil zwischen den Türmen des World Trade Centers zu balancieren. Mich inspiriert dabei die unglaubliche Ausdauer und das Durchhaltevermögen, das es braucht um sich
1. so lange auf einem Seil zu halten und
2. diesen durchaus illegalen Akt zu planen
Mal ganz abgesehen von dem unglaublichen Mut, den Philippe Petit für seinen Traum hatte. Übrigens hatte er ein starkes Team – sprich gute Freunde – hinter sich, sie ihn in der Erfüllung seines Traums unterstützt haben.

15. Der große Trip – durch die Wildnis zu sich selbst

Eine junge Frau nimmt die Herausforderung der 1000 Meilen auf dem Pacific Crest Trail an, um zu sich selbst zu finden. Mich inspiriert dieser Film, weil auch ich mich oft in die Einsamkeit der Natur sehne, gleichzeitig aber Angst habe, dort schutzlos dem Unbekannten ausgeliefert zu sein. Tolle Bilder und eine tolle Art der Selbstfindung.

16. Du gehst nicht allein – Behindert oder Genie?

Temple Grandin kam als Autistin auf die Welt, in einer Zeit, in der Autismus bei Kindern noch als Zeichen mütterlichen Versagens galt. Doch da die Mutter an ihre eigenen Fähigkeiten und an die Fähigkeiten ihrer Tochter geglaubt hat, lernte Temple sprechen, ging zur Schule, studierte und wurde schließlich Spezialistin für Tierwissenschaften. Außerdem entwickelte sie einen Apparat, in dem Menschen mit Autismus Ruhe und Entspannung fanden.

17. King’s Speech – ein König der großen Worten

Niemand ist perfekt – auch Könige nicht. Doch sich den eigenen Schwächen zu stellen, mit ihnen zu leben oder sie gar in Stärken zu verwandeln fällt oft schon uns normalen Menschen schwer. Um wie viel schwerer muss es dann für einen Mann sein, von dem erwartet wird, dass er seinem Volk Mut zuspricht und es führt? König Georg VI. hat genau das gemacht und sich seinem Stottern gestellt – und damit vielleicht seinem Land seine wahre Größe gezeigt.

18. Soul Surfer – kein Grund aufzugeben

Die 13 jährige Surferin Bethany Hamilton verlor bei einem Haiangriff ihren linken Arm. Doch statt sich davon entmutigen zu lassen, beschloss das Mädchen ihren Zielen treu zu bleiben und ihre Karriere als Profisurferin zu starten. So ein Film zeigt doch, dass es nicht die äußeren Umstände sind, die uns daran hindern, unsere Träume zu verwirklichen, sondern wir selbst mit unseren auferlegten Grenzen. Danke für Deine Power, Bethany!

19. Eddie The Eagle – alles ist möglich

Noch jemand, der nicht aufgibt – und das, obwohl er jahrelang nur Hohn und Spott geerntet hat. Nachdem Michael Edwards mit 8 oder 9 Jahren die Übertragung der Olympischen Spiele im Fernsehn gesehen hatte, entwickelte sich in ihm der Wunsch daran für sein Land teilzunehmen. Und obwohl er in den folgenden Jahren immer wieder harte, sportliche Misserfolge einstecken musste, blieb dieser Wunsch bestehen. Entgegen jeder Erwartung trat er schließlich als erster britischer Sportler in der Disziplin des Skispringens an. Alles ist möglich, das bringt es auf den Punkt.

20. Die Entdeckung der Unendlichkeit – frei von Zeit und Raum

Stephen Hawking gehört zu einem der bedeutendsten Wissenschaftler unserer Zeit, und das, obwohl er sich kaum bewegen und inzwischen auch nicht mehr selbst sprechen kann. Auch er ist für mich ein Beispiel dafür, den eigenen Wünschen uns Zielen treu zu bleiben und weiter zu gehen. Was mich selbst besonders berührt ist, dass er trotz seiner körperlichen Beeinträchtigung zweimal verheiratet war! Wie viele kerngesunde Singles schaffen es nicht mal bis zur ersten Ehe 😉

21. Ziemlich beste Freunde – es ist nie zu spät fürs Leben

https://www.youtube.com/watch?v=bkHjdcvvHXk

Keine Arme – keine Schokolade. Dieser Film zeigt mir, dass wir im Leben vor allem dann weiterkommen, wenn wir authentisch sind. Und das wir andere Menschen selbst (oder vor allem) dann inspirieren können, wenn wir aus einem vollkommen anderen Milieu stammen.

22. Das Universum in meinem Kopf – voller Hoffnung und Kraft

Auch dieser Film zeigt mir, wie wichtig es ist unsere Hoffnungen und Wünsche zu behalten und sie zu pflegen. Der Film ist das Porträt von Przemek, einem jungen Mann, der aufgrund eines körperlichen Handicaps 26 Jahre keine Möglichkeit hatte, sich mitzuteilen und mit der Außenwelt in Verbindung zu treten. Von seiner Ärztin als “Gemüse” bezeichnet, entwickelte sich in ihm der Entschluss, eines Tages den Menschen in seiner Umgebung zu zeigen, wer er wirklich ist. 26 Jahre hat es gedauert, bis eine Pflegerin herausgefunden hat, dass Przemek sich mit seinen Augen verständigen kann und in seinem geplagten Körper ein wacher Geist wohnt.

23. Lorenzos Öl – die Hoffnung stirbt zuletzt

Auch diese wahre Geschichte trägt Hoffnung und Entschlusskraft in sich. Lorenzo Odone erkrankt im Alter von 5 Jahren an einer seltenen Krankheit, die die Lebenserwartung nach Ausbruch auf wenige Jahre herabsetzte. Da die Krankheit so selten ist, wird sie kaum erforscht, sodass die Eltern schließlich selbst das Schicksal von Lorenzo in die Hand nahmen und ein Öl entwickelten, das der Krankheit entgegen wirkte – Lorenzos Öl. Übrigens: Obwohl es mehrere nennenswerte Heilerfolge durch das Öl gibt, wird es von den Krankenkassen nicht subventioniert.

24. Mein Freund der Delfin – Freundschaft kennt keine Arten

Es ist immer berührend zu sehen, wie Tiere uns verändern. Und auch in diesem Film verändert der Delfin die Menschen, die mit ihm in Berührung kommen – einfach, indem er eine Beziehung zu ihnen aufbaut. Das Besondere ist dabei, dass der Delfin ohne die Hilfe der Menschen keine Überlebenschance hätte und eine Schwanzflossenprothese bekommt. Übrigens hoffe ich, dass ich ihn in diesem Jahr noch in Florida besuchen kann.

25. Alice Paul – der Weg ins Licht

1912 sah das Leben für Frauen noch ganz anders aus als heute. Während Männer sich in die Politik einmischten und sie gestalteten, wurde von Frauen erwartet, sich da raus zu halten. Doch diesen Umstand nahmen Alice Paul und Lucy Burns nicht so einfach hin und traten entschieden für ihre Rechte ein. Was mich an diesem Film am meisten inspiriert ist, dass “Jammern” nichts bringt. Wie viele von uns beschweren sich über die herrschenden Bedingungen, setzten sich jedoch nicht für eine Änderung ein. Wenn wir etwas bewegen wollen, bleibt uns wohl nichts anderes übrig, als uns selbst zu bewegen 🙂

26. Beate Uhse – das Recht auf Liebe

Beate Uhse gründete den ersten Sex-Shop der Welt und das bereits kurz nach dem 2. Weltkrieg. Auch diese Frau hat niemals aufgegeben und ist ihren Zielen treu geblieben. Obwohl Sex ja noch heute etwas Anrüchiges hat, und Frauen damals kaum unternehmerisch tätig waren, hat sie es geschafft und zu weltweitem Ansehen gebracht. Eine unglaublich inspirierende Frau und ein Film, der wirklich Mut macht.

27. Kalender Girls – Schönheit kennt kein Alter

Lustig und auf einer wahren Begebenheit beruhend, hatten hier einige ältere britische Ladys die Idee einen Pin-up-Kalender zu produzieren – mit sich selbst in entsprechenden Posen. Der Kalender sollte verkauft werden, um mit den Einnahmen ein Sofa für das ortsansässige Krankenhaus erwerben. Auch diese Geschichte zeigt, dass alles möglich, wenn wir uns nur trauen, uns zu zeigen und Neues zu wagen.

28. Mavericks – Lebe deinen Traum

Erzählt wird die wahre Geschichte von Jay Moriarity, der sein Leben wirklich so gelebt hat, als könne jeder Tag sein Letzter sein. Jays größter Traum war es in Mavericks auf den höchsten Wellen zu reiten und er hat hart dafür gearbeitet, um ihn sich zu erfüllen. Normalerweise stimmt es mich traurig, wenn Menschen jung sterben, doch bei Jay Moriarity habe ich den Eindruck, dass er alles erreicht hat, wofür er gelebt hat, und das erfüllt ich mit Glück und Dankbarkeit.  Er starb einen Tag vor seinem 23. Geburtstag.

29. Coach Carter – achte dich selbst

Der Basketball-Coach Ken Carter mag einer der strengsten sein, denn er lässt seine Jungs nur aufs Spielfeld, wenn sie in der Schule entsprechende Leistungen vorlegen. Auch wenn diese Maßnahme ihm viel Gegenwind eingebracht hat, führt sie doch am Ende dazu, dass die Jugendlichen, an die so richtig keiner geglaubt hat, wieder beginnen an sich selbst zu glauben und sich selbst mit Achtung entgegentreten.

30. Walk The Line – der Raum der Liebe

Viele weltbekannte Musiker sind an den Folgen vom Drogenkonsum bereits ums Leben gekommen – nicht so Johnny Cash, der es geschafft hat, dem Teufelskreis zu entkommen. Maßgeblich unterstützt hat ihn dabei seine Ehefrau June Carter. In dem sie ihn geliebt hat und ihm gleichzeitig den Raum gab, seine eigenen Entscheidungen zu treffen und deren Konsequenzen zu tragen, gelang es dem Countrysänger schließlich, sich für das Leben zu entscheiden.

31. Joy -alles außer gewöhnlich

“Die Welt schuldet dir gar nichts!” – ein Satz, an den ich mich immer wieder erinnere, vor allem dann, wenn ich mich gerade ungerecht behandelt fühle. Die wahre Geschichte von Joy Mangano zeigt detailliert, wie sehr wir für unser Glück selbst verantwortlich sind. Danke für Dein Vorbild!

32. Julie & Julia – vom Kochen, Bloggen und Leben

Auch ein Film, der mir zeigt, dass mit Beharrlichkeit und Ausdauer das Glück keine Chance hat, vor der Tür zu bleiben. Ich als Texterin finde es manchmal mühsam mich auch noch um meinen Blog zu kümmern – doch irgendwie zeigt mir dieser Film, dass dadurch vielleicht Dinge möglich sind, mit denen ich jetzt noch nicht rechne. Und wie schön ist es auch, sich selbst eine Challenge aufzuerlegen und dieser sich dann zu stellen. Im Übrigen läuft mir bei dem Film das Wasser im Mund zusammen.

Und noch mehr Filme, die Mut machen und auf wahren Begebenheiten beruhen:

33. Mein Blind Date mit dem Leben

Kaum zu glauben, aber die Geschichte von Saliya ist wahr. Ein fast blinder Mann geht seinen Weg und schießt erfolgreich die Ausbildung zum Hotelfachmann ab und macht Karriere. Jahrelang verheimlicht er sein Handicap und geht seinen Weg. Noch ein gutes Beispiel dafür, dass wir alles erreichen können, wenn wir wirklich wollen. Dazu ist der Film noch heiter und humorvoll umgesetzt. Inspiration pur.

34. A United Kingdom – Liebe kennt keine Rasse

Ein Film über die Macht der Liebe und deren Stärke, eine Regierung zu Fall zu bringen. Unglaublich berührend.

35. Das Mädchen Hirut

Es ist ein langer Weg, alte Traditionen und Denkstrukturen aus den Köpfen der Bevölkerung zu bekommen; anscheinend vor allem, wenn es um Frauenrechte geht. In Das Mädchen Hirut geht es um einen Fall, in dem ein 14 jähriges Mädchen in Äthiopien wegen Mordes an ihrem Vergewaltiger angeklagt und mithilfe einer Anwältin freigesprochen wird. In Deutschland ist das die Zeit, in der Mädchen ihre Sexualität entdecken dürfen und Raum haben, sich zu entwickeln – in Äthiopien war es bis vor Kurzem das Alter, um zu heiraten.

36. Lion – Wunder geschehen

Diese wahre Geschichte ist eine meiner Lieblinge. Zum einen ist der Film unglaublich berührend und nah umgesetzt worden, zum anderen ist die Begebenheit selbst einfach der Hammer. Nach über 25 Jahren findet Lion den Weg in sein ursprüngliches Zuhause zurück. Er fuhr als fünfjähriger etwa 14 Stunden allein im Zug von seiner Heimatstadt davon, und konnte, als er gefunden wurde, nicht sagen, wo er herkam. Daraufhin wurde er zur Adoption freigegeben und zog von Indien nach Tasmanien. 25 Jahre später half ihm Google-Maps, seine Mutter wiederzufinden.

37. Der älteste Schüler der Welt – zum Lernen ist es nie zu spät

Auch diese wahre Begebenheit wird liebevoll im Film wiedergegeben. Es ist die Geschichte eines 84 jährigen Kimani Maruge, der nie die Schule besuchen konnte, da seine Familie das Geld dazu nicht hatte. Als 2003 das Schulgeld abgeschafft wurde, meldete er sich kurzerhand an und lernte Lesen und Schreiben.

38. Queen of Katwe – bedenke deinen nächsten Zug

Die Geschichte von Phiona Mutesi zeigt, dass Intelligenz nicht, absolut überhaupt nicht, mit einem Mangel an Schulbildung oder mit Armut zusammenhängt. Das andere die Intelligenz eines Menschen erkennen, hat aber häufig mit Chancengleichheit zu tun. Wie viel ungenutztes Potenzial gibt es auf der Welt, dass wir nur Überheblichkeit nicht nutzen?

Falls Du weitere gute Filme hast, die in diese Kategorie passen, hinterlasse einen Kommentar. Je mehr Filme, desto besser – schließlich können wir alle zwischendurch ein bisschen Mut im Leben gebrauchen und der nächste Winter kommt auch bestimmt – sogar für mich  😉

Mein Leben mit der Einsamkeit

… oder die Sache mit der Mousse au Chocolat

Während meiner Reise wurde ich bereits öfter gefragt, ob ich mich einsam fühle, weil ich allein unterwegs bin. Meistens verneine ich die Frage. Im Zeitalter von Facebook, WhatsApp und Skype sind meine Freunde immer dabei. Ich bekomme den Frühling in Deutschland genauso mit, sie meine Ausflüge in die Wüste. Bilder werden ausgetauscht, Sprachnachrichten übermittelt, Videocalls abgehalten. Nein, so wirklich alleine reise ich nicht.

Hinzu kommt, dass ich unterwegs wesentlich offener bin und schnell Menschen kennenlerne. Häufig erzähle ich dann meine Geschichte: Ich habe in Bremen alles aufgelöst, bin seit Oktober unterwegs und habe keine Ahnung, wie es weiter geht und wo ich als nächstes hinfliege. Diese Kontakte mögen oberflächlich sein, und doch entwickeln sie für den Moment eine ungeahnte Tiefe. Da ich häufig an Orte fahre, an denen ich viel Zeit mit mir selbst verbringe, holen sie mich raus aus meiner eigenen Welt und helfen mir bei der Symbiose mit der Wirklichkeit.

Wofür ich mich entscheide

Film

Namibia im Auto

Sicher, manchmal habe ich Heimweh. Hin und wieder fehlt es mir, spontan mit einem Freund ein Glas Wein zu trinken. Gerade im Augenblick sehne ich mich nach der ewigen Verfügbarkeit des Internets und dem Frühlingserwachen in Deutschland – doch all das sind Gefühle, die ich bereits aus Bremen kenne.

In Bremen habe ich mich unter den Himmel Afrikas gesehnt, oder – ganz profan –, danach, dass mich der Pfeifton von WhatsApp aus meinem momentanen Gefühl des Abgeschnittenseins befreit. Oft habe ich mir gewünscht, dass spontan jemand Zeit hat, um gemeinsam etwas zu unternehmen. Gleichzeitig fand ich manche Begegnungen unglaublich anstrengend, weil sie nur an der Oberfläche zu kratzen schienen.

Die Frage nach der Einsamkeit ist keine Frage, der äußeren Umstände. Es gibt Singles, die sich mit der Welt verbunden fühlen und Paare die über Einsamkeit klagen. In einer Großstadt ist die Gefahr der Einsamkeit womöglich größer als mitten in der Wüste, in der man gleich die eigene Bedeutsamkeit angesichts von so viel Schönheit und Weite infrage stellen könnte.

Einsamkeit hat nichts damit zu tun, wo wir uns räumlich befinden und mit wem wir unsere Zeit verbringen, sondern allein damit, wo wir innerlich stehen. Ob wir uns der Fülle des Lebens hingeben oder die Tür hinter uns zuziehen und die Party des Lebens außen vor lassen.

Auf Reisen nehmen wir uns immer mit. Unsere Momente der Einsamkeit genauso, wie unsere Augenblicke der Verbundenheit, in denen wir erkennen, dass egal, wo wir sind, wir die Fähigkeit besitzen, Freundschaften aufzubauen.

Es liegt an uns, ob wir diese Fähigkeit nutzen. Ob wir gewillt sind, raus zu gehen und in Beziehung zu treten oder die Tür zuknallen und schmollen.

Eine dicke Portion Mousse au Chocolat

Trettborn

Bereit für die Party des Lebens!

Die Frage also, ob ich mich einsam fühle, kann ich auch bejahen. Doch es hat nichts mit meiner Entscheidung des Alleinreisens zu tun – sondern mit meiner Entscheidung, ob ich mich in dem Augenblick für die Welt öffne oder nicht. Ob ich mich der Fülle der Begegnungen hingebe oder der Party des Lebens verschließe.

Natürlich kommt es vor, dass ich genau das mache. Dann finde ich die ganze Welt doof und wünsche mir, dass sie mit ihrer blöden Party nicht so einen verdammten Lärm macht.

Doch meistens halte ich das nicht lange aus. Ich meine – was habe ich davon, mich einsam zu fühlen? Dann steigt die Party ohne mich und das Buffet essen andere Leute leer.

Spätestens, wenn mir die Sache mit dem Buffet klar geworden ist, pelle ich mich aus meiner Einsamkeit, öffne die Tür, zippel mein Kleid zurecht und rufe: „Moment! Lasst mir was von der Mousse au Chocolat übrig!“ Dann gehe ich eiligen Schrittes direkt an den Tisch mit den Köstlichkeiten, fülle meinen Teller und stelle mich zu einem Grüppchen von Partygästen.

„Hi, ich bin Viola“, beginne ich dann das Gespräch noch ein bisschen unsicher. „Habt ihr schon mal über das Thema Einsamkeit nachgedacht?“

Auto

Keine Mousse au Chocolat, dafür ein Auto.

Meine Reise ins Ungewisse

Nun bin ich seit sechs Monaten auf Reisen. Derzeit befinde ich mich in Namibia und die Entscheidung hier her zu kommen war ein Abenteuer. Ich hatte keine Ahnung, was mich erwartet, außer Folgendes:

  • ich kann kostenfrei auf einer nahezu verlassenen Farm unterkommen (großer Dank Volker!),
  • dort habe ich kein Internet,
  • die nächste Stadt ist 35 Kilometer entfernt, ein Bus fährt nicht,
  • mir ein Auto zu leihen kostet mich mehr, als mein Budget hergibt,
  • ich habe zugesagt.

Tatsächlich habe ich mir vor meiner Reise nach Namibia viele Gedanken gemacht. Wo sollte ich arbeiten? Ok – dann fahre ich eben täglich 70 Kilometer. Woher nehme ich das Geld für Sprit? Das wird sich schon irgendwie finden. Was mache ich, wenn es mir zu einsam ist und ich mich nicht wohlfühle? Dann fliege ich wieder zurück. Niemand zwingt mich, zu bleiben.

Verlassen Farm Nambibia

Blick auf meine kleine, verlassene Farm

Und nun bin ich hier. Das Land selbst hat mich vom ersten Augenblick an begeistert. Die Natur ist so vielfältig und anders als bei uns im heimischen Norden. Von üppigem Grün bis zur riesigen Wüste Namib, in deren Inneren sich die Mondlandschaft ausbreitet – ein Fleckchen Erde das tatsächlich aussieht, als sei es ein Stück vom Mond.

Und inmitten dieses Fleckchens liegt meine einsame Farm.

Es findet sich alles

Doch so einsam, wie erst angenommen, ist es hier gar nicht. Tatsächlich ist alles so, wie ich es mir gewünscht habe, ohne mir dessen bewusst zu sein. Etwa 400 Meter von meiner Farm entfernt liegt eine Gästefarm, die von einer vierköpfigen Familie betrieben wird – Goanikontes. Am ersten Tag fuhr ich rüber, stellte mich kurz vor und fragte, ob es Internet gibt. Ich kann die gefühlten Sprünge in die Luft gar nicht zählen, als mir dies bestätigt wurde. Also brauche ich nicht täglich 70 Kilometer zu fahren und muss nur den Roibuschtee zahlen, den ich dort trinke. Perfekt.

Spaziergang mit Kindern und Hund

Spaziergang mit den Kids und Hund Flitzi

Doch es geht noch perfekter.

Als ich am kommenden Tag mit meinem Laptop zu dieser Gästefarm ging, wurde ich spontan in die Familie aufgenommen. Die Frage war, ob ich mir vorstellen kann, die Kids regelmäßig aus der 35 Kilometer entfernten Schule abzuholen, selbstverständlich mit dem Auto der Farmbetreiber. Dafür könne ich im Gastronomiebetrieb an meinem Laptop arbeiten und umsonst trinken und sogar essen. Da gab es für mich nichts zu überlegen. Ich sagte zu.

Inzwischen läuft unser Deal seit drei Wochen und ich bin so unglaublich dankbar. Das Zusammensein mit den Kids macht mir mehr Spaß, als ich anfangs angenommen habe. Ich war immer ein Kindermuffel (Kinder in Maßen ok – aber ich verbringe doch nicht meine Freizeit mit ihnen! Vor allem jetzt nicht, wo mein eigenes Kind ein junger Mann geworden ist), doch die beiden habe ich richtig ins Herz geschlossen. Dadurch lerne ich Namibia von einer ganz anderen Seite aus kennen. Ich gehe auf Schulfeste, hole die Kids von ihren Freunden ab und bringe den Farmhund zum Tierarzt. Mein Auto nutze ich so gut wie gar nicht, da ich häufig mit dem Wagen der Farmer unterwegs bin. Und außerdem habe ich durch die festgelegten Zeiten (Schulschluss) einen geregelten, festen Tagesablauf – und das tut meiner Arbeit extrem gut.

Vom verlassen meine Komfortzonen

Düne 7 Walvis Bay

Düne 7 bei Walvis Bay

Der Sprung ins Ungewisse war ein voller Erfolg für mich, so wie er es doch meistens ist. Allerdings war er auch Verbunden mit viel Aufregung, vielen Ängsten und Zweifeln. Insofern kann ich noch nicht sagen, dass ich mich traue, mir all meine Wünsche trotz bestehender Ungewissheiten zu erfüllen. Doch dort möchte ich hinkommen – Stück für Stück. Im Augenblick gehe ich immer wieder zurück in meine vertrauen Komfortzonen, so auch Ende Mai. Statt direkt von Namibia aus in das nächste mir unvertraute Abenteuer aufzubrechen, gehe ich erst mal wieder zurück nach Ägypten. Meine Komfortzonen sind wie Rastplätze, an denen ich eine Pause einlege, in dem Wissen, was mich erwartet. Allerdings auch in dem Wissen, dass ich von dort aus nicht weiter komme. Weiter geht es nur, wenn ich mich auf etwas Neues einlasse – räumlich oder emotional.

Mal sehen, was die kommenden sechs Monate für mich noch bereithalten und welche Abenteuer ich machen werde. Welche Komfortzonen ich verlasse, um neue aufzubauen, welche Länder ich noch bereise und an welche Grenzen in stoße.

Ein leben lang auf Reise

Mondlandschaft Namibia

Blick auf die Mondlandschaft Namibia

Nehme ich es ganz genau, bin ich nicht erst seit sechs Monaten auf Reisen, sondern bereits ein Leben lang. Denn meine Komfortzonen habe ich auch in der Heimat ein ums andere Mal verlassen und viele Abenteuer erlebt. Doch es klingt natürlich interessanter, wenn ich sage, ich komme auf einer verlassenen Farm unter, als zu sagen ich wechsle meinen Job oder ich renoviere meine Wohnung, obwohl mir das Geld dazu fehlt. Den Mut etwas Neues zu wagen brauchen auch die kleinen Veränderungen im Leben. Mal Nein zu jemandem zu sagen, einen Auftrag nicht anzunehmen, den Job zu wechseln oder nach Jahren eine neue Frisur auszuprobieren – all das ist aufregend und erfordert Mut.

Doch wenn wir diesen Mut aufbringen, egal wo, dann begeben wir uns auf die Reise, die Leben genannt wird. Und die ist spannend und immer wieder aufregend. In Namibia genauso wie in Deutschland.

Ich wünsche Euch viel Spaß bei Eurem Abenteuer!