13 Dinge, die in den USA anders sind

Von Mitte Januar bis Mitte Februar 2018 war ich im Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Im Land von Donald Trump, McDonalds und Hollywood, wie ich vielen meinen kritischen Freunden bestätigen musste. Doch was soll ich sagen? Es war super! Allerdings sind mir ein paar Dinge aufgefallen, die in Deutschland einfach anders sind:

1. Wetter: Sonne noch vorm Sommer tanken

Ohne Worte.

Ich kann nur empfehlen, den Winter in Florida zu verbringen. Das Wetter im Januar und Februar ist spitzenmäßig. Obwohl ich das tropische Klima durchaus zu spüren bekam, war es doch nicht so schwül, dass ich mich nur unter der Klimaanlage aufhalten wollte. Die perfekte Reisezeit für Florida ist von Dezember bis April.

2. Müll: Darf es noch ein wenig Plastik sein?

Was ich ziemlich ärgerlich fand, war der Umstand, dass Plastik (zumindest in Florida) Vorfahrt hatte. In den meisten Pubs und Mittelklassereststaurats bekamen wir das Essen auf Einwegplastiktellern zusammen mit eingeschweißtem Einwegbesteck serviert. Plastiktüten im Kaufhaus werden nur auf Nachfrage nicht ausgehändigt.

3. Shopping: Im Paradies der Malls

Parkplatz vor einer Shoppingmall.

In Florida könnt ihr euch um Kopf und Kragen shoppen – und das zum Teil für wenig Geld. Zumindest in Fort Myers, wo ich mich überwiegend aufgehalten habe, grenzt ein Shoppingcenter an das nächste. Doch was ich als fußgängerzonenverwöhnte Deutsche vermisst habe, waren die gemütlichen, kleinen in entzückenden Altstädten gelegenen Fußgängerzonen. Dafür allerdings befand ich mich im Second Hand Shopping Paradies.

4. Natur: Rein ins Auto, raus in die Natur

Neben Schildkröten gab es auch Schilder von Bären und Panther.

In meiner Zeit in Florida habe ich Alligatoren, Schildkröten, Seekühe, Pelikane, Delfine und Weißkopfadler gesehen. Neben der Tatsache, dass einige dieser Tiere die Vorzüge der Zivilisation zu schätzen wissen, werte ich es auch als Zeichen dafür, dass es in Florida noch Natur gibt, in der sich diese Arten wohlfühlen. Doch um ausgedehnte Spaziergänge zu unternehmen, reicht es nicht, sich mal eben aufs Fahrrad zu schwingen, um in 20 Minuten an einem schönen Waldrand zu sein. Die wirklich schönen Naturparks liegen alle ab 20 Minuten mit dem Auto entfernt.

5. Technik: Günstige Computer und Fernseher

Zumindest im Walmart war die Technik unschlagbar günstig. Da mein Arbeitscomputer eine Portion Wasser abbekommen hat und das Keyboard anschließend nicht mehr funktionierte, musste ich mir einen neuen Laptop kaufen. Ich habe mich für den zweit- oder drittgünstigsten (etwa 250,- $) entschieden. Umgerechnet entspricht das etwa 202,- €. In Deutschland kostet sogar der billigste Laptop noch mindestens 350,- €. Auch bei Fernsehern hatte ich den Eindruck, dass diese deutlich unter den Verkaufspreisen in Deutschland liegen.

6. Mobiltelefon: im Land der teuren Preise

Teure Preise fürs Mobiltelefon.

So günstig Technikartikel in den USA auch sein mögen, so teuer sind Datenpakete und Telefonkosten. Vielleicht hatte ich auch den falschen Anbieter, doch meine SIM-Karte habe ich für 10,- $ gekauft (inklusive Telefonguthaben). Das Datenpaket hat noch mal eine Investition von 50,- $ gefordert – für nur 1 GB! (In Ägypten zahle ich für 4 GB gerade mal 4,- €, ).

7. Auto: Günstiger Spaß auf vier Rädern

Auf einem Rastplatz in Florida.

Dadurch, dass für das Meiste ein Auto benötigt wird, ist es recht günstig. Für drei Tage mit einer komplett-rundum Vollversicherung habe ich 271,- $ gezahlt, was etwa 220,- € entspricht. Ein Kilometerpreis wurde nicht erhoben, so bin ich ordentlich rumgefahren und habe mir Florida angesehen. Auch das Benzin empfand ich als günstig. So ganz habe ich die Tankanzeigen nicht verstanden, aber ich habe nie mehr als 20,- $ gezahlt, auch wenn der Tank vollkommen leergefahren war.

8. Toiletten und Duschen: Mein Lieblingsland bleibt Ägypten.

Tja, was soll ich sagen. Seit ich in Ägypten lebe, bin einfach eine Freundin von Toiletten mit Podusche. Das ist in den USA nicht denkbar – zumindest habe ich es weder in Florida noch in New Jersey oder New York gesehen. Die Duschen selbst waren auch unpraktisch oder ich habe den Trick nicht rausgefunden. Wie lässt sich nach dem Duschen die Wanne reinigen? Ich nehme gerne Tipps für meinen nächsten USA-Besuch entgegen.

9. Süß: Schlaraffenland für Fortgeschrittene

Football! Ich habe auch noch Bilder von Eagels-Torten.

Obwohl ich wirklich ein Zuckermonster bin, hatte ich in den USA den Eindruck nur ganz nah an einem Zuckerschock vorbeigeschlittert zu sein. Vor allem Torten scheinen ausschließlich aus Zucker mit einer Idee Mehl und Sahne hergestellt zu werden. Wer es süßer als süß liebt, ist in den USA definitiv am richtigen Platz. Eis allerdings ist unschlagbar. Ben & Jerry’s Chocolate Caramel Cookie Dough. Ganz ehrlich? Geiler geht’s nicht.

10. Kühlschränke: Auf die Größe kommt es an

Was mir gleich am ersten Tag aufgefallen ist und mir in jeder Wohnung ins Auge sprang, waren die riesigen Kühlschränke. Selbst ein single Haushalt hatte einen Kühlschrank, in dem eine ganze Kuh drin Platz gefunden hätte. Ok, zumindest eine Halbe. Manche Kühlschränke haben dazu noch so praktische Dinge, wie einen Eiswürfelmacher.

11. Chlor: Vom Gefühl, ein Schwimmbad leer zu trinken

In den USA kann das Wasser aus der Leitung problemlos getrunken werden, wenn man mit dem Geschmack klarkommt. Ob in Florida, New Jersey oder New York: das Wasser aus der Leitung hatte immer den unangenehmen Beigeschmack von Chlor. Das ist schon sehr gewöhnungsbedürftig und ich weiß auch nicht, ob es wirklich so gesund ist. Ich habe mir einfach eingeredet, dass das Chlor alle schädlichen Stoffe killt – und nur die.

12: Waffengesetze: Von der Idiotie der Doppelmoral

Bier erst ab 21, bitte.

Zu der Zeit, als ich in den USA war, gab es leider einen Amoklauf an einer Schule in Florida. In Florida ist es zu Selbstverteidigungszwecken erlaubt, Waffen bei sich zu tragen, und zwar schon ab 16 Jahren. Was allerdings nicht erlaubt ist (zumindest nicht in New York), wenn die 20 jährige Tochter zusammen mit ihrer Mutter am helllichten Tag in einen Pub geht, um einen Burger zu essen. Auch dann nicht, wenn die 20 jährige Tochter nur eine Limo bestellt. Ich habe es selbst erlebt, als ich mit dem amerikanischen Teil meiner Familie einen Ausflug nach New York machte. Übrigens: Diese Gesetze finden viele Amerikaner auch zweifelhaft. Gerade, was den Besitz von Waffen betrifft, hat sich eine große Lobby gegen den Privatbesitz von Waffen gebildet. Und die Mutter der Tochter konnte auch nur den Kopf darüber schütteln, dass es zwar erlaubt ist, im zwarten Alter von unter 20 in den Krieg zu ziehen, aber nicht, eine Limo im Pub zu trinken.

13. Freundlichkeit: Im Land von I love you

Willkommen bei der Familie und auch sonst überall.

Auch, wenn es heißt, die Amis sein oberflächlich, so ist mir doch ein oberflächliches “I love your smile! Wish you a nice day” im Kaufhaus lieber, als ein tiefsinniges: “Packen Sie bitte Ihre Einkäufe aufs Band, anders kann ich es nicht abrechnen. Guten Tag.” Und diese Herzlichkeit werde ich lieber in meinem Kopf behalten, als alles andere, was anders ist als bei uns. Denn das ist, was mir Freude macht.