Glücksschwein

Mein Weg zur Dankbarkeit oder warum ich plötzlich gerne arbeite

Als mir am Ende der Welt die Kunden ausblieben, manche Auftraggeber ihre Rechnungen nicht beglichen und mein Konto leer gefegt war, wurde mir plötzlich bewusst, wie machtvoll Dankbarkeit ist.

Es gab einen Tag, da schien unter mir der Boden wegzubrechen. Mitten in der Mondlandschaft der Wüste Namib warf ich einen Blick auf mein Konto und geriet in Panik bei der roten Zahl, die ich sah. Mein Dispo war bis zum Anschlag ausgeschöpft – zu einer Zeit, in der ich kaum Aufträge erhielt. Und dann erreichte mich noch am selben Tag eine E-Mail von einem Kunden, in der mir mitgeteilt wurde, dass er nicht bereit sei, die vereinbarte Summe für einen abgeschlossenen Auftrag zu zahlen.

An jenem Tag habe ich mich so unendlich einsam gefühlt. Nicht nur, weil ich mich in einem Land aufhielt, dass dreimal so groß wie Deutschland ist, aber nur halb so viel Einwohner wie Berlin hat. Auch nicht, weil auf der einsamen Farm, auf der ich lebte, abends um 22 Uhr der Strom abgeschaltet wurde und ich zusehen musste, wie ich mit meinem Leben in der Wildnis der Wüste allein zurechtkam – nein. Ich habe mich vor allem deshalb einsam gefühlt, weil ich in dem Augenblick nicht sah, in welcher Fülle und in welchem Reichtum ich eigentlich lebte.

Auf den Spuren der Dankbarkeit

Das ist sie, die Mondlandschaft bei Swakopmund.

Nachdem ich geschrien, getobt, geweint, geschimpft und geflucht hatte, fiel mir plötzlich ein E-Book in die Hände, das ich vor Monaten gekauft habe: The Magic von Rhonda Byrne. In diesem Buch sind 28 kleine Übungen zum Thema Dankbarkeit beschrieben. Da es angeblich so ist, dass diese Übungen mein Leben rapide zum Besseren wandeln sollten, beschloss ich, es durchzuarbeiten. Schlimmer konnte es ja kaum werden.

  • Also war ich dankbar dafür, dass ich einen Dispo hatte, der mir ermöglichte, auch ohne vorher viel Geld gespart zu haben, meinen Traum zu leben.
  • Ich war dankbar dafür, dass ich endlich Zeit hatte, mich mit meiner Website und meinem Blog zu beschäftigen, da ich kaum Aufträge hatte.
  • Und ich war unglaublich dankbar dafür, dass mir eine Freundin einen guten Anwalt empfahl, um mein Geld einzutreiben, sowie dafür, dass ich nun wusste, dass ich nur noch gegen Vorkasse arbeiten würde.

Und wie durch ein Wunder kam mit der Dankbarkeit ein Gefühl von Stärke und Vertrauen zurück. Ich schaute mich in meinem Leben um und fragte mich: Was will ich wirklich? Wer will ich sein? Welche Wünsche leben tatsächlich tief in mir und warten darauf, durch mich erfüllt zu werden?

Einer meiner Wünsche war zum Beispiel, dass ich nur noch Aufträge erhalte, die mir Spaß machen und die mich inspirieren. Zu der Zeit aber hatte ich überwiegend Aufträge, die zum Teil sehr schlecht bezahlt wurden und mich inhaltlich kaum ansprachen. Gleichzeitig wollte ich durch meine Texte Menschen inspirieren und sie unterstützen weiterzukommen. Doch wie sollte das gehen, wenn ich doch selbst nicht inspiriert war und mich die Aufträge auf meinem eigenen Weg nicht von der Stelle ließen? Also nahm ich all meinen Mut zusammen und sagte einem Auftraggeber, für den ich seit ein paar Monaten arbeitete, dass ich bestimmte Texte nicht mehr für ihn schreiben werde – und das, obwohl ich nicht wusste, wie ich meine nächste Rechnung bezahlen sollte.

Und plötzlich änderte sich meine Welt

Hier gönnte ich mir einen Tag im Paradies.

Gleichzeitig übte ich mich darin, für jeden Kaffee, den ich irgendwo trank, dankbar zu sein. Ich erinnerte mich daran, für die Luft, die ich atme, zu danken. Ich dankte für die Möglichkeit, in Namibia umsonst auf einer kleinen Farm wohnen zu dürfen, und für meinen Laptop, der mir dabei hilft, ortsunabhängig zu arbeiten. Ich war unglaublich dankbar für all die hilfreichen Menschen, denen ich begegnete, und für den neuen Auftrag, der mich inspirierte und mir Spaß machte: das Erstellen eines Werbebriefes.

Mit diesem ersten Auftrag, den ich nach meiner bewussten Entscheidung, in Dankbarkeit zu leben, annahm, erfüllten sich mir gleich drei Wünsche auf einmal:

  • Ich übernahm einen Auftrag, der mir Freude bereitete.

  • Ich unterstütze meine Auftraggeberin bei ihrer Arbeit und verhalf ihr zu neuen Kunden.

  • Mit dem Geld, das ich dadurch verdiente, erfüllte ich mir einen kleinen Traum: Ich buchte mich eine Nacht in einer wunderschönen Lodge ein.

Außerdem war dies der erste Auftrag, der zu meinen neu aufgestellten Bedingungen abgewickelt wurde. In mir war so viel Dankbarkeit, dass ich das Gefühl hatte, ich platze vor Glück.

Mir wurde immer mehr bewusst, in welcher Fülle ich wirklich lebe. Ich habe jeden Tag etwas zu essen und zu trinken. Die materiellen Wünsche, die im Augenblick wirklich in mir wohnen, kann ich mir erfüllen und für die, die noch unerfüllt sind, bin ich schon heute dankbar. Mich umgeben so viele Menschen, die mir wohlgesonnen sind und mit deren Unterstützung mir Dinge möglich sind, die ich allein nicht schaffen würde. Jeden Tag sehe ich so viel Schönes um mich, dass sich mein Herz mehr und mehr öffnet. Meine Texte inspirieren Menschen, auf ihrem eigenen Weg Neues zu wagen, und sie unterstützen meine Kunden dabei, dass ihr Business wächst und sie ihren Erfolg ausbauen können.

Eine Welt ist voller Wunder und Magie

Ups… Ein Einhorn, wenn das kein Wunder ist!

Dankbarkeit ist für mich der beste Weg, meinen Kunden wirklich gute Qualität zu liefern, weil ich plötzlich weiß, wofür ich arbeite: für Menschen, die ich dabei unterstütze, ihre eigenen Träume und Erfolge zu leben. Durch manche meiner Texte erhalten Menschen einen neuen Arbeitsplatz – andere ermöglichen, dass ein Unternehmen etwas Neues ausprobieren kann und wächst, wodurch wieder andere Menschen profitieren. Viele meiner Texte machen auf ein neues Angebot aufmerksam und wecken eine Idee dafür, was möglich ist. Und durch all die Aufträge, die ich erhalte, unterstützen mich meine Kunden dabei, meine eigenen Träume zu verwirklichen und erfolgreich zu sein.

Und dafür bin ich unglaublich dankbar.

Dankbarkeit sei wie ein Muskel, den man trainieren kann, steht in einem anderen Buch, dass sich mit dem Thema auseinandersetzt. Und so erlebe ich es auch. Statt mich auf die Mängel um mich herum zu konzentrieren, erinnere ich mich an die Fülle, die mich umgibt, und lebe nun in einer Welt voller Wunder und Magie.

Manchmal, freilich, falle ich zurück in alte Gewohnheiten und nehme das Leben, die Sterne über mir, die Dinge, die ich tun kann, und den ganzen Rest als selbstverständlich hin. So lange, bis mir klar wird, dass nichts von all dem selbstverständlich ist. Ich bin hier. Ich kann gehen, sehen und denken. Ich kann lesen und meine Welt beeinflussen. Ich kann wieder meine Rechnungen bezahlen. Und ich kann Dinge unternehmen, die mir Spaß machen. Nichts von all dem ist selbstverständlich.

Alles um mich herum ist ein Grund, dankbar zu sein. Auch Dir bin ich dankbar, denn was gibt es Schöneres für mich als Texterin, als wenn meine Texte auch gelesen werden? Ich danke Dir, dass Du Dir die Zeit dafür genommen hast. Ich danke Dir für einen Kommentar oder eine Empfehlung. Ich danke Dir, weil Deine Aufmerksamkeit mich mit Freude erfüllt.

Danksagung:

Danke an Rhonda Byrne für das kleine Büchlein, das sie geschrieben hat und mir dadurch zeigte, wie machtvoll Dankbarkeit ist.

12 Gedanken zu „Mein Weg zur Dankbarkeit oder warum ich plötzlich gerne arbeite

  1. Manuela

    Schööön :-*
    Ich bin soo dankbar, genau da zu sein wo ich bin und genau das tun zu dürfen, was ich liebe!
    Alles Gute dir!

  2. viola Artikelautor

    Liebe Manuela,
    ja, das ist das aller schönste! Zu tun, was wir lieben <3
    Herzlichen Dank für Deinen Kommentar und Dir auch alles Liebe und Gute!

  3. viola Artikelautor

    Vielen Dank für Deine Anerkennung, liebe Regina!
    Es freut mich so, dass Dich mein Text berührt.

  4. Nima

    Hey Viola,
    obwohl ich mich schon oft und intensiv mit dem Thema Dankbarkeit befasst habe, tut es sehr gut, sie wieder ins Bewusstsein zu holen.
    Danke, dass du diesen Text geschrieben hast 🙂
    Liebe Grüße aus Albanien

    Nima

  5. viola Artikelautor

    Liebe Nima,
    danke für Deine Rückmeldung und Anerkennung. Es freut mich so sehr, dass ich Dich inspiriert habe (einer meiner Wünsche 😉 ), das Thema Dankbarkeit wieder in Dein Bewusstsein zu holen.
    Und Albanien … ich bin immer wieder erstaunt, dass das Internet kaum Grenzen kennt! Yeah!

    Liebe Grüße
    Viola

  6. Kornelia Rendigs

    Liebe Viola,
    das ist ein ganz wundervoller Text. Ich freue mich so über deine Entwicklung.

    Du bist eine große Inspiration!

    Als wir vor ein paar Wochen (oder sogar schon Monaten ???) die FinanzCoaching Sitzung über Skype gemacht haben, habe ich deinen Blog vor Augen gehabt und all das gesehen. Am Ende der Sitzung hatte ich eine einzige Frage:

    “Wann wird sie wohl umsetzen, was ich jetzt schon in ihr sehe?”

    Das klingt vielleicht anmaßend oder vermessen, aber manchmal können wir in anderen Menschen das sehen, was diese Menschen im Moment selbst nicht mehr oder selbst noch nicht wieder in sich selber sehen können, weil wir selbst Menschen gefunden haben, die in uns das sehen konnten, was wir selbst nicht mehr gesehen haben.

    Daraus würdest du jetzt drei Sätze machen, die jeder versteht. Cool!. 😀

    Ach ja und was du für dich schon längst herausgefunden hast zum Thema “Dankbarkeit”, wird von der Leuphana Universität in Lüneburg gerade erforscht mit der

    “Dankbarkeitsstudie”

    https://geton-training.de/dankbarkeit.php

    Logisch, dass ich mich gleich als Versuchskaninchen angemeldet habe und krass, dass du das schon allein herausgefunden hast.

    Liebe Grüße
    Deine Freundin
    Kornelia

  7. viola Artikelautor

    Liebe Kornelia,

    ja, das stimmt. Manchmal sehen wir in anderen Menschen Dinge und Möglichkeiten, die sie selbst (noch) nicht sehen. Oft ist es nur ein kleiner Schritt, und meistens braucht es auch einen Anstoß von außen. Wahrscheinlich hat Dein Coaching auch seinen Teil dazu beigetragen – in jedem Fall aber das letzte Telefonat 😉

    Und übrigens bin ich froh, dass Menschen wahrnehmen, dass ich mich entwickel. Wie schade wäre es doch, stehen zu bleiben … Danke also, für Deine Rückmeldung!

    Das mit der Dankbarkeitsstudie ist ja Wahnsinn. Vielleicht ist es jetzt an der Zeit, dass die Welt und die Menschen auf ihr, die Dankbarkeit in sich entwickeln … wer weiß. Viel Spaß dabei, und ich freue mich auf Deinen Bericht!

    Liebe Grüße
    Viola

  8. Mischa

    Hi Viola,

    wie bin ich eigentlich hierher gekommen? Keine Ahnung, es gibt ja keine Zufälle 🙂

    Ein überragender Text, in dem alles über das Leben drin steht und den ich ganz fett unterstreiche. Seit ich mich vor rund 2,5 Jahren selbstständig gemacht habe (ja, auch so ein Vielschreiber, wobei sich da gerade einiges ändert), habe ich exakt deine Erfahrungen gemacht. Je klarer ich bin, was ich will und was nicht und ja dankbarer dafür, was ich eh schon habe, umso mehr bewirft mich das Leben mit großartigen Dingen.
    Habe in meinem aktuellen Blogartikel gerade darüber geschrieben, welch Wunder passieren, wenn man dem Pfad des Vertrauens folgt.

    Herzliche Grüße und weiter viel Freude beim Reisen und Entdecken der Lebensgeheimnisse
    Mischa

  9. viola Artikelautor

    Hallo Mischa,

    vielen herzlichen Dank für Deinen tollen Kommentar! Es freut mich unglaublich, dass andere meine Erfahrungen teilen. Das zeigt mir immer wieder, dass es keine Zufälle sind, sobald sich ‘plötzlich’ etwas ändert, sondern dass unsere feste Absicht dahintersteckt und wir dadurch die Macht haben, unser Leben selbst zu gestalten.

    Nun werde ich mich auf Deiner Webseite umsehen und mich inspirieren lassen.

    Wundervolle Grüße
    Viola

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