Was sind eigentlich Freunde?

Diese Frage habe ich mir im Juni/Juli diesen Jahres oft gestellt. In mir machte sich statt Dankbarkeit häufig so ein komisches Gefühl von Unzufriedenheit breit und ich stellte viele meiner Beziehungen infrage. Mit meiner mir nächsten Freundin hatte ich zu der Zeit keinen Kontakt, kannte jedoch nur mit ihr das Gefühl von Gleichklang. Die eine denkt etwas und die andere spricht es aus. Diese Erfahrung habe ich bisher so stark noch mit keiner anderen Person gemacht.

Ich habe in mir eine Art Erwartung festgestellt. Ich habe gedacht, eine wahre Freundin oder einen wahren Freund erkenne ich daran, dass ich etwas ganz Besonderes spüre, ein ganz starkes Gefühl von Verbundenheit. Eben diesen Gleichklang. Und ich dachte, nur der Gleichklang zeigt an, wie tief, wie innig, wie intensiv eine Freundschaft sein kann. Doch was nutzt mir der Gleichklang, wenn auch diese Freundin damals nicht meinen Erwartungen von Freundschaft entsprochen hat?

Also, was sind eigentlich Freunde?

Im August habe ich dann eine ganz tiefe und vollkommen neue Erfahrung von Freundschaft gemacht. Es war weniger der Gleichklang, der mich berührt hat, sondern das Interesse und die Anteilnahme an mir und meinem Leben.

Nicht nur, dass Menschen hinter mir stehen und mich auf dem Weg in meinen neuen Lebensabschnitt – einer Weltreise – bestärken, sondern dass sie aktiv daran Anteil nehmen.

Und dann wurde mir klar, was für ein Glückskind ich bin. In all den Jahren kamen immer wieder Menschen zu mir und haben mich ermächtigt, über mich selbst hinauszuwachsen. All die vielen Ideen, die ich in Projekte umgewandelt habe, waren nur durch die Unterstützung meiner Freunde möglich. Ich hätte keinen Film, keine Premierenfeier, keine Modenschau, keine Party ohne meine Freunde organisieren können.

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Dank meiner Freunde lebe ich mein Leben nach meinen Vorstellungen.

Mir wurde im August klar, dass sich Freundschaft nicht nur am Gleichklang bemisst, sondern daran, wie sehr mich ein Mensch in meinem Tun ermächtigt, mich fördert und damit das Beste in mir zum Vorschein bringt.

Ich habe Freunde, die an mir und meinem Leben Anteil nehmen, mich begleiten, für mich da sind. Freunde, die mir zeigen, dass ich ihnen wichtig bin. Und dies drückt sich in so vielen Facetten aus. Es drückt sich darin aus, dass ich einen Gleichklang spüre, darin, dass für mich eine Party organisiert wird, darin, dass Freunde zu meinem Hausflohmarkt kommen und Dinge von mir kaufen, um mir meine Träume zu erfüllen. Es drückt sich durch einen Like meiner Bilder auf Facebook aus und dadurch, dass sie meiner Einladung zur Premiere folgen. Es drückt sich in so vielen unterschiedlichen Situationen aus, wodurch ich merken durfte: Ich bin nie allein.

Doch mir wurde im August noch etwas bewusst. All diese Menschen können nur meine Freunde sein, wenn ich sie dazu mache. Solange ich Menschen nur dann als meine Freunde bezeichne, wenn sie all meine Erwartungen erfüllen, bin ich wohl immer wieder sehr einsam. Denn wie soll ein Mensch immer alle meine Erwartungen erfüllen können und dabei er selbst bleiben?

Mir wurde bewusst, dass ich diejenige bin, die einen Menschen dazu ermächtigt, mein Freund zu sein und dieser Freund dann mich dazu ermächtigt, ich selbst zu sein.

Ich bin erfüllt von Dankbarkeit – denn Menschen um mich zu haben, die mich darin bestärken, mein Leben so zu gestalten, wie ich es mir vorstelle, ist eins der größten Geschenke für mich.

Danke, dass es Dich gibt.

5 Gedanken zu „Was sind eigentlich Freunde?

  1. viola Artikelautor

    Liebe Wibke,
    auch ein dicker :*
    Sehen wir uns irgendwo in der Welt mal wieder?
    :**
    Viola

  2. viola Artikelautor

    Danke Dir! <3 Du bist auch so eine Freundin die hinter mir steht und mich aus der Ferne aktiv begleitet. Danke <3

  3. Rainer Bommert

    Hallo meine liebe wundervolle Freundin
    danke für diesen Artikel, danke das es dich gibt.
    Rainer

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